ARD entlarvt Wappler Flüchtlinge: AfD-Funktionär lügt vor laufender Kamera

Die AfD zerlegt sich mit Aussagen wie denen von Wappler selbst. Symbolfoto: dpaDie AfD zerlegt sich mit Aussagen wie denen von Wappler selbst. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Vor laufender Kamera ist es einem Team der ARD-Sendung „Panorama“ gelungen, Uwe Wappler von der AfD Niedersachsen der Lüge zu überführen.

Flüchtlinge vergewaltigen deutsche Frauen und Kinder: Solche Gerüchte streuen Rechtsextreme wiederholt und versuchen damit, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Nun auch Uwe Wappler, Kreisvorsitzender der AfD Osterholz/Verden. Vor der Kamera berichtete er für die ARD-Sendung „Panorama“ von einem solchen – angeblichen – Fall. Ein 12-jähriges Mädchen sei von Flüchtlingen im Bereich Unterweser vergewaltigt worden. „Wenn so etwas passiert und man greift aus Political Correctness nicht ein und macht die Täter nicht dingfest, dann ist das Anarchie“, echauffiert sich Wappler.

"Das habe ich nicht exakt präsent"

Uwe Wappler von der AfD behauptet, an der Unterweser sei ein 12-jähriges Mädchen vergewaltigt worden. Doch auf Nachfrage kann er keine genauen Angaben machen. Am Ende stellt sich heraus: Die Geschichte ist frei erfunden.

Posted by Panorama on Freitag, 30. Oktober 2015

„Auf dem falschen Fuß erwischt“

Der „Panorama“-Reporter fragt nach und möchte Details wissen. Doch die kann der AfD-Mann nicht liefern. „Ich habe nicht jetzt exakt präsent“, sagt Wappler. „Ich muss es nachschlagen“, ergänzt er und könne es nachreichen. „Aber Sie sagen vor der Kamera, da sei jemand vergewaltigt worden. Dann frage ich zweimal nach und Sie haben es nicht präsent? Wann, wo, wer, von wem: Das müssen Sie doch wissen, wenn Sie so etwas behaupten“, sagt der Reporter. Wappler schweigt erst, dann gesteht er: „Nun haben Sie mich auf dem falschen Fuß erwischt. Ich bin hier momentan nicht in der Lage, das so im Detail zu sagen.“

Am Ende stellt sich heraus: Die Geschichte ist frei erfunden,  schreibt „Panorama“ auf seiner Facebookseite.  Die Bitte unserer Redaktion um eine Stellungnahme Wapplers blieb unbeantwortet.

Waffengewalt gegen Flüchtlinge

Es ist nicht das erste Mal, dass die AfD in der aktuellen Flüchtlingsdebatte aus dem Rahmen fällt. Nordrhein-Westfalens Landesvorsitzender Marcus Pretzell hatte etwa am Sonntag auf einer Veranstaltung gesagt, Flüchtlinge müsste man mit Tränengas, Wasserwerfen und als „Ultima Ratio“ selbst mit Waffengewalt an der Einreise nach Deutschland hindern.  Das berichtete die „Rheinische Post“.

Dennoch ergab die jüngste Sonntagsfrage: Derzeit kommt die AfD bundesweit auf acht Prozent – ihr bester Wert seit mehr als einem Jahr.


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