Zentralrat der Muslime warnt Mazyek: Attentate von rechts nicht entpolitisieren

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Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime. Foto: Michael GründelAiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hat angesichts des Attentats auf die Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker davor gewarnt, Attentate und Terror von Rechtsradikalen zu entpolitisieren.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek:  „Dadurch werden wir dem Ernst der Lage nicht gerecht.“ Wenn der Täter des Attentats von Köln als Langzeitarbeitsloser dargestellt werde, dann werde subtil sein rechtsradikales Vorgehen damit beschwichtigt. „Letztendlich hat der Täter ja nach einem rassistischen Tatmotiv gehandelt, das er selbst an Ort und Stelle zum Ausdruck gebracht hat“, erklärte Mazyek. „Daher müssen wir dort genau hinschauen.“

„Im Bereich von religiösem Extremismus  werden zu Recht zu keinem Zeitpunkt solche verharmlosenden oder erklärenden Momente mit eingeführt“, sagte Mazyek. „Im Gegenteil, oft wird dabei übertrieben politisiert, indem es zum Beispiel einseitig dem Islam zugewiesen wird.“ Einen Mittelweg vermisse er in der Diskussion, auch um den Rechtsextremismus.

„Pegida hat sich zunehmend radikalisiert“

Die Pegida-Bewegung hat sich nach Einschätzung Mazyeks in Teilen zunehmend radikalisiert. „Ich fürchte, dass gerade jetzt im Zuge der Flüchtlingsfrage Pegida unverhofft wieder Wind in die Segel geblasen wird.“ Er habe den Eindruck, dass in der gesellschaftlichen Debatte insgeheim auf die Parolen von Pegida zumindest Rücksicht genommen werde. Die hochgefährliche Seite der Bewegung dürfe aber keinesfalls unterschätzt werden.


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