Künstler unterschreiben Offenen Brief SOS Mediterranee will Flüchtlinge im Mittelmeer retten


Osnabrück. „Wie viele denn noch?“ Das fragen sich mehr als 200 Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler in einem Offenen Brief, den die Organisation SOS Mediterranee am Mittwoch in Osnabrück vorgestellt hat. Unter anderem Günter Wallraff und Wolfgang Niedecken appellieren an die Menschen, endlich eine Lösung für die Rettung von Flüchtlingen zu finden.

„Wie viele Menschen müssen noch sterben, bevor wir uns zu einer mutigen zukunftsweisenden europäischen Lösung für die Rettung und Aufnahme von Flüchtlingen entschließen?“ Mit diesem Appell wendet sich SOS Mediterranee an die Menschen in Europa. Die Organisation verfolgt das Ziel, eine zivile europäische Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer aufzubauen.

Mehr als 200 Musiker, Schriftsteller, Künstler und Politiker aus Deutschland und Europa haben den Offenen Brief der Organisation unterschrieben. Darunter sind neben Volker Pispers Güter Wallraff und Helene Grass auch Wolfgang Niedecken und die schwedische Band Shout Out Louds sowie die Migrationsforscher Klaus Bade und Wolfgang Benz, der Präsident der AWO, Wilhelm Schmidt auch die Politikerinnen Rita Süssmuth, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Herta Däubler-Gmelin.

Schiff steht zum Kauf bereit

„Angesichts von über 3000 ertrunkenen Flüchtlingen allein in diesem Jahr geht es jetzt darum, rechtzeitig vor Beginn der Wintermonate, in denen das Meer noch gefährlicher wird, ein Schiff zu beschaffen, eine Crew zusammenzustellen, loszufahren und so viele Menschen wie möglich zu retten“, sagt der Gründer der Organisation, Kapitän Klaus Vogel. Ein geeignetes Schiff sei mit der „MARKAB“ bereits gefunden. Bei einer internationalen Crowdfunding-Kampagne haben laut SOS Meditteranee mehr als 2500 Unterstützer in den ersten drei Wochen bereits rund 225000 Euro für den Kauf des Schiffes gespendet. Jetzt ruft die Organisation weitere Bürger zur Unterstützung auf.

Einer der Mitinitiatoren des Briefes ist Heiko Kaufmann. Er gehört auch zu den Gründern von Pro Asyl. „Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren und aus maroden Booten zu retten, ist für eine Gesellschaft, die den Menschenrechten und der Menschenwürde verpflichtet ist, eine rechtsstaatliche, humanitäre und moralische Pflicht, die Politik nicht ignorieren darf“, sagt Kaufmann. Er kritisiert, dass die Politik dieser Pflicht nur halbherzig nachkomme. „Das ist eine Schande für die zivilisierte Welt“, so Kaufmann.


SOS Mediterranee verfolgt eine zivile europäische Organisation zur Rettung von Flüchtlinge im Mittelmeer. Die Organisation wurde im Mai 2015 in Berlin gegründet. Es ist eine Initiative um den Kapitän Klaus Vogel.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN