Osnabrücker Bischof in Rom Bode erhofft sich von Synode Folgen für Sexualethik

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode erhofft sich von der Weltbischofssynode in Rom praktische Folgen. Foto: Jörn MartensDer Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode erhofft sich von der Weltbischofssynode in Rom praktische Folgen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode erhofft sich von der Weltbischofssynode im Vatikan praktische Folgen für die Familien- und Sexualethik der katholischen Kirche.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Bode: „Nach den bisherigen Äußerungen von Papst Franziskus erwarte ich, dass er am Ende der Synode nicht dasselbe zu Ehe und Familie sagen wird, was wir als katholische Kirche immer gesagt haben.“ Bode nimmt vom 4. bis 23. Oktober als einer von drei Bischöfen aus Deutschland an der Familiensynode teil. Er ist innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz Vorsitzender der Pastoralkommission und Mitglied einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema wiederverheiratete Geschiedene befasst hat.

Der Osnabrücker Bischof äußerte die Hoffnung, dass die Vertreter der unterschiedlichen kirchenpolitischen Richtungen unter den Bischöfen auf der Synode in einen fruchtbaren Dialog kommen. „Ich hoffe sehr, dass die Diskussion auf der Synode nicht zu einer Spaltung führt“, sagte Bode. Die weltweite Befragung zur Situation von Ehe und Familie, die Papst Franziskus auf den Weg gebracht habe, habe hohe Erwartungen unter den Gläubigen geweckt. Demnach gebe es eine tiefe Kluft zwischen der Lehrmeinung und dem konkreten Leben. Dies dürfe die Kirche in ihrer Pastoral nicht einfach ignorieren.

„Positiv über die Ehe sprechen“

Wichtig sei es, im Hinblick auf gescheiterte Ehen nicht allein auf die Vergangenheit zu schauen, sondern eine Ermutigung nach vorne zu geben. „Mir geht es darum, dass wir denen gerechter werden, deren Ehen nicht in dem Sinn gelingen, wie sie sich das vorgenommen haben“, sagte Bode. „Ich hoffe, dass wir einen differenzierten Weg dazu finden.“

Generell sei es nötig, auf der Bischofssynode „positiv und wertschätzend“ über die Ehe und das Ehesakrament zu sprechen. Nur dann könnten junge Menschen erfahren, „warum man überhaupt eine kirchliche Eheschließung vornimmt“.

„Treue, Verlässlichkeit und Liebe in vielen homosexuellen Partnerschaften“

Nötig sei es auch, Menschen ernst zu nehmen, deren Lebenssituation nicht in allem der Lehre der katholischen Kirche entspreche. Das gelte zum Beispiel für homosexuelle Partnerschaften. „Sie leben häufig eine Menge von Werten wie Treue, Verlässlichkeit und Liebe“, führte Bode aus. „Wenn ich die Partnerschaft aber von vornherein als schwere Sünde abtue, komme ich gar nicht mehr in einen Dialog.“


Papst Franziskus hat zu einer Bischofssynode zu Fragen von Ehe und Familie eingeladen. Offiziell heißt das Thema: „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“. Das Treffen mit Bischöfen aus aller Welt findet vom 4.bis 25. Oktober in Rom statt. Die Deutsche Bischofskonferenz wird durch Kardinal Reinhard Marx (München), Erzbischof Heiner Koch (Berlin) und Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück) vertreten. Es geht auch um den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen.

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