Schauspieler kommt nach Osnabrück Jogi Löw und Thomas D unterstützen Schweigers Flüchtlingshilfe

Von Joachim Schmitz


Osnabrück. Til Schweiger wird in seine Stiftung zur Flüchtlingshilfe 100.000 Euro einzahlen, ebenso wie Thomas D. Auch Fußball-Bundestrainer Joachim Löw ist mit dabei, wie Schweiger im Interview mit unserer Redaktion verrät:

Herr Schweiger, warum engagieren Sie sich so stark für Flüchtlinge?

Weil die Zustände in vielen Flüchtlingseinrichtungen in Deutschland kaum besser sind als in Griechenland oder Italien. Mit diesem Ansturm hat ja niemand gerechnet, deshalb herrschen oft katastrophale Zustände. Die Menschen sitzen den ganzen Tag rum, haben nichts zu tun, warten nach dem Frühstück aufs Mittagessen und nach dem Mittagessen aufs Abendessen. Im Fernsehen habe ich einen Bericht über einen syrischen Arzt gesehen, der andere Flüchtlinge nicht behandeln darf, weil er keine Arbeitserlaubnis hat – das ist doch absurd.

Wie kam es zu Ihrer Entscheidung, die Flüchtlingseinrichtung in Osnabrück zu unterstützen?

Durch die Verzögerung in Osterode , die sechs bis sieben Monate betragen wird. Ich will aber möglichst schnell etwas tun und habe dann beim Talk bei Dunja Hayali den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius kennengelernt, von dem mir Sigmar Gabriel schon gesagt hatte: Das ist ein guter Mann. Anfang der Woche kam Pistorius zu mir nach Hamburg, top-vorbereitet und mit einem super-sympathischen jungen Mitarbeiter. Er hat mir von der Einrichtung und der wahnsinnigen Unterstützung durch die Bevölkerung in Osnabrück erzählt und davon, dass die Leute in der Einrichtung einen Mega-Job machen.

Ist Osterode damit vom Tisch?

Nein, auf keinen Fall, das dauert eben nur. Aber auch dort ist die Bevölkerung unglaublich aufgeschlossen – das ist nicht vom Tisch.

Werden Sie die Einrichtung in Osnabrück auch persönlich besuchen?

Logo, natürlich komme ich nach Osnabrück. Ich drehe jetzt noch bis zum 15. September und zeitweise in Moskau meinen Kino-„Tatort“, das ist irre anstrengend. Wahrscheinlich mache ich danach noch ein paar Tage Urlaub, aber Ende September oder spätestens im Oktober komme ich nach Osnabrück.

Am Freitag gründen Sie ja Ihre Stiftung – gibt es schon einen Namen?

Ja, wir haben einen Namen. Die Stiftung wird den Namen die Til Schweiger Foundation haben.

Wer ist alles dabei?

Im Beirat sind Sigmar Gabriel, Rita Süssmuth, Matthias Döpfner, Thomas D, Jan-Josef Liefers, NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber und Jogi Löw, den ich gerade erst dafür gewonnen habe. Das sind alles tolle Menschen, mit denen man ganz viel Schönes bewegen kann.

In welchem Umfang beteiligen Sie sich selbst?

Ich habe schon jede Menge Geld eingesammelt, obwohl es die Stiftung noch gar nicht gibt. Von meinem eigenen Geld gebe ich 100.000 Euro, daraufhin hat mir Thomas D ebenfalls 100.000 Euro zugesagt. Und Jogi Löw bringt 25.000 Euro von der Sportstiftung mit.

Auf Facebook gibt es immer wieder hässliche und gehässige Kommentare zu Ihrem Engagement – was sagen Sie diesen Menschen?

Die jammern doch nur rum und tun selbst überhaupt nichts. Ich lese das selbst gar nicht mehr. Aber ich habe zwei Leute eingestellt, die sich darum kümmern, strafrelevante Sachen zur Anzeigen bringen und die anderen dumpfen Beiträge einfach löschen.


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