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19.08.2015, 17:11 Uhr MACHTWORT ERWÜNSCHT

Asyldebatte in Deutschland: Mehr Macher, bitte!

Ein Kommentar von Franziska Kückmann


Eine Helferin verteilt Spielzeug an Flüchtlingskinder. Foto: dpaEine Helferin verteilt Spielzeug an Flüchtlingskinder. Foto: dpa

Osnabrück. In der Asyldebatte in Deutschland sind mehr Macher und weniger Lamentierer gefragt. Und es braucht ein Machtwort von ganz oben.

Die aktuelle Debatte um die steigende Zahl von Asylbewerbern ist geprägt von Aktionismus und Panikmache. Taschengeld-Kürzungen, zusätzliche sogenannte sichere Herkunftsstaaten oder ein paar Änderungen im Baurecht – will Deutschland mit diesen Vorschlägen ernsthaft der vielleicht größten Herausforderung des 21. Jahrhunderts begegnen? Nie waren schließlich seit dem Zweiten Weltkrieg weltweit mehr Menschen auf der Flucht. Gemessen daran ist so mancher Debattenbeitrag unwürdig.

Dabei genügt ein Blick auf die Zahlen um zu erkennen, wie dringend Besonnenheit und Tatkraft gefordert sind: Womöglich bis zu 800000 Menschen werden bis Ende 2015 in Deutschland um Asyl ersuchen. Sie werden nicht gehen oder wegbleiben, nur weil wir ihre Heimat als sicher erklären oder ihnen das Gefühl geben, hier unerwünscht zu sein. Die meisten von ihnen sind vor Krieg und Verfolgung geflohen und haben eine gefährliche Reise hinter sich. Wie können wir da anders, als ihnen Schutz zu gewähren?

In der Asyldebatte sind mehr Macher und weniger Lamentierer gefragt. Und angesichts der Angriffe und Anfeindungen gegen Flüchtlinge braucht es ein Machtwort, am besten von der Kanzlerin. Ein eindeutiges: „Ja, wir helfen. Ihr seid willkommen.“ Nur diese Worte. Das kann doch so schwer nicht sein.

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