Asylsuchende Städtetag: Erstaufnahmezentren massiv ausbauen

Die Oberbuergermeisterin von Ludwigshafen und Präsidentin des Deutschen Städtetags Eva Lohse (CDU). Foto: dpaDie Oberbuergermeisterin von Ludwigshafen und Präsidentin des Deutschen Städtetags Eva Lohse (CDU). Foto: dpa

Osnabrück. Die Zahl der Asylsuchenden steigt und steigt. Im laufenden Jahres könnten es nach Schätzung von Experten am Ende mehr als 700000 sein. Der Deutsche Städtetag drängt deshalb auf Konsequenzen und Entlastung durch die Länder.

Die Länder müssen nach Auffassung des Deutschen Städtetages aufgrund der hohen Asylbewerberzahlen die Plätze in ihren Erstaufnahmeeinrichtungen massiv auf mindestens rund 150000 ausbauen. Die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Eva Lohse, sagte unserer Redaktion, angesichts der erwarteten neuen Prognose des Bundes zu den Flüchtlingszahlen: „Die Kommunen leisten ungeheuer viel, um Flüchtlinge aufzunehmen und zu versorgen. Und die Herausforderung wächst mit der Zahl der Menschen. Deshalb brauchen wir vor Ort eine stärkere Entlastung durch höhere Kapazitäten der Länder.“ Damit eine geordnete Aufnahme möglich werde, seien mindestens 150000 Plätze erforderlich - eine Verdreifachung gegenüber den Platzzahlen aus dem Frühjahr.

Lohse forderte außerdem, Bund und Länder müssten - wie verabredet - konsequent unterscheiden zwischen Asylbewerbern mit so gut wie keiner Chance auf Anerkennung und Bürgerkriegsflüchtlingen aus Ländern wie Syrien und Irak. „Vor allem die Asylverfahren der Menschen aus dem Westbalkan müssen stark beschleunigt werden, damit sie aus den Erstaufnahmeeinrichtungen der Länder erst gar nicht an die Kommunen verteilt werden“, sagte die Oberbürgermeisterin. „Das funktioniert aber nur, wenn die Kapazitäten der Länder sehr stark ausgebaut werden.“


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