Linke fordert Angebot Wagenknecht: Arbeitgeber im Kita-Streit in der Pflicht

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Sahra Wagenknecht sieht im festgefahrenen Kita-Tarifstreit die Arbeitgeber in der Pflicht. Sie sollten ein neues Angebot vorlegen, fordert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag. Diesen Donnerstag gehen die Gespräche in die nächste Runde. Foto: Imago/Stefan ZeitzSahra Wagenknecht sieht im festgefahrenen Kita-Tarifstreit die Arbeitgeber in der Pflicht. Sie sollten ein neues Angebot vorlegen, fordert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag. Diesen Donnerstag gehen die Gespräche in die nächste Runde. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Osnabrück. Die Weigerung der Arbeitgeber, im festgefahrenen Kita-Tarifstreit ein neues Angebot vorzulegen, führt nach Ansicht der stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, in eine Sackgasse. Das sagte sie in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

In dem Gespräch sagte Wagenknecht: „Kinder wollen nicht verwahrt, sondern umsorgt und gefördert werden, und diejenigen, die sich um diese anspruchsvolle Aufgabe kümmern, haben ein anständiges Einkommen verdient.“ Daher sei es gut, dass die Gewerkschaft Verdi und die übergroße Mehrheit seiner Mitglieder den Schlichterspruch abgelehnt hätten und weiter kämpfen wollen, erklärte die Linken-Politikerin. Der Ball läge nun bei den Arbeitgebern: „Die Arbeitgeber müssen sich nun endlich bewegen und ein neues Angebot auf den Tisch legen“, forderte Wagenknecht. Es sei im Interesse der Kinder und ihrer Eltern, einen neuen Streik zu verhindern, betonte sie. Dies funktioniere jedoch nur, „wenn die Forderung nach einer Aufwertung der Erziehungsdienste endlich ernst genommen wird“, sagte Wagenknecht.

Betreuungsgeld in Kitas stecken

Geldmangel sei kein Argument, das greife, erklärte Wagenknecht, und verwies auf die eingesparten Gelder für das vom Verfassungsgericht kassierte Betreuungsgeld: „Diese Gelder dürfen nicht im Bundeshaushalt versickern, sondern müssen jetzt endlich dahin fließen, wo sie benötigt werden: in die Kita-Betreuung“, verlangte sie. Es sei an Familienministerin Manuela Schwesig, den drohenden Streik zu verhindern: „Sie muss handeln, nicht nur reden“, sagte Wagenknecht.

Mehr Wertschätzung für Kinderbetreuung

Wagenknecht kritisierte die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber: „Eine Gesellschaft, der die Betreuung ihrer Kinder weniger wert ist als die Fertigung neuer Autos, hat sich und ihre Zukunft aufgegeben“, sagte sie.

Alte Forderungen, neue Gespräche

An diesem Donnerstag sollen die Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst weitergehen. Die Arbeitgeber erklärten vorab, sie sähen keine Notwendigkeit, den Schlichtervorschlag nachzubessern. Bei einer Befragung der Gewerkschaftsmitglieder hatten 69 Prozent der Befragten den Schlichterspruch abgelehnt.


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