Ein Jahr nach Tod von Michael Brown Kommentar: Diskriminierung in den USA allgegenwärtig

Von Nadine Grunewald

Immer wieder protestieren Amerikaner gegen tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze. Foto: ReutersImmer wieder protestieren Amerikaner gegen tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze. Foto: Reuters

Osnabrück. Kurz vor dem Todestag von Michael Brown hat in Amerika erneut ein Polizist einen schwarzen Jugendlichen erschossen. Die USA kämpfen mit der Last ihrer Vergangenheit. Ein Kommentar.

Wirklich verändert hat sich in Amerika in Sachen Polizeigewalt gegen Schwarze seit dem Tod von Michael Brown vor einem Jahr nichts. Im Gegenteil: Erneut wurde ein unbewaffneter 19-Jähriger erschossen. Ein halbes Jahrhundert nach dem offiziellen Ende der Rassentrennung kämpfen die USA noch immer mit der Last der Vergangenheit. Das ist fatal.

Die Diskriminierung ist allgegenwärtiger denn je. Statistiken offenbaren schockierende Zahlen: Schwarze Männer haben ein sechs Mal höheres Risiko, verhaftet zu werden als weiße. Die Gefahr, von Polizisten getötet zu werden, ist für schwarze Jugendliche 21-mal höher als für weiße. Zwischen 2009 und 2013 registrierte das FBI mehr als 2100 von Polizisten getötete Zivilisten. Nur in 49 Fällen kam es zu einem Prozess. Immerhin: Das Thema wird diskutiert. Doch erneut drohen Unruhen.

Nicht zuletzt, weil immer öfter Videos der Taten im Internet landen, die zeigen, was wirklich geschah. Diese könnten aber auch dazu führen, dass Polizisten öfter angeklagt werden. Damit das sinnlose und ungerechtfertigte Töten ein Ende hat, muss sich nicht nur die Einstellung der Amerikaner ändern. Die Polizisten brauchen eine einheitliche und veränderte Ausbildung. Grade vor dem Hintergrund dieser Taten darf das Stundenkontingent für die Schusswaffenausbildung nicht mehr sechs Mal höher sein als das für kulturelle Vielfalt.