Unternehmer spenden an beide Lager Bush und Clinton ziehen im US-Wahlkampf das Geld an

Von John Dyer

Kann sich freuen: Hillary Clinton erhält neben Jeb Bush die meiste finanzielle Unterstützung im Wahlkampf. Foto: ReutersKann sich freuen: Hillary Clinton erhält neben Jeb Bush die meiste finanzielle Unterstützung im Wahlkampf. Foto: Reuters

Boston. Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA verschlingt Unsummen an Dollars. Bezahlt wird aus Spenden. Die größte Unterstützung genießen dabei zwei Politiker: Hillary Clinton und Jeb Bush. Manche Wirtschaftsbosse bedenken beide Lager gleichzeitig.

Donald Trump führt in Umfragen vor den 16 anderen Bewerbern um die republikanische Präsidentschaftskandidatur. 92 Prozent der Amerikaner kennen ihn inzwischen. Heimliche Favoriten wie Jeb Bush fallen dagegen ab. Senator Bernie Sanders aus dem kleinen Vermont zieht bei Wahlveranstaltungen tausende von Zuhörern, auch aus anderen Bundesstaaten an. Der Sozialist strebt die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten an, hat aber kaum Chancen gegen Hillary Clinton. (Weiterlesen: Trump lässt es krachen)

Bush bei Spenden ganz vorn

Denn beim Spendensammeln liegen die Teams von Clinton und Bush ganz weit vorn. Der Ex-Gouverneur von Florida, Bruder von George W. Bush und Sohn von George H. Bush hat bisher am meisten an Großspenden bekommen. Sein PAC- das „political action committee oder politisches Aktionskomitee – heißt Right to Rise (Recht zum Wiederaufstieg) und hat bisher 103 Millionen Dollar gesammelt (94,27 Millionen Euro). Das hat die Bundeswahlleitung bekannt gegeben. Sein Wahlkampfkomitee hat weiterhin 11,4 Millionen Dollar eingenommen.

Während die Wahlkampfspende einer Einzelperson auf 2700 Dollar beschränkt ist, können Unternehmen und Interessensverbände laut Urteil des Obersten Gerichtshofs unbegrenzt an die PACs spenden, die dann einen Kandidaten unterstützen. (Lesen Sie auch: So läuft die Wahl ab)

Das PAC von Hillary Clinton – Priorities USA (Vorrang für USA) – hat 15,6 Millionen Dollar eingesammelt. Bei ihr liegt das Wahlkampfkomitee mit 45 Millionen Dollar vorn. „Jetzt wird es Zeit, Gas zu geben“, sagt Parteistratege Guy Cecil bei Priorities USA. „Wir haben in den kommenden Monaten eine Menge Arbeit vor uns, aber es läuft langsam richtig gut an.“

Großspender geben an beide Seiten

Die Spendensummen der beiden Kandidaten liegen weit vor denen ihrer Konkurrenten in der jeweiligen Partei. Dabei kommen die Spenden für Clinton und Bush oft aus denselben Kassen. Die Mega-Spender geben an beide Kampagnen, um ihre Gewinnwetten abzusichern und Einfluss zu haben, welcher Kandidat schließlich auch siegt. (Weiterlesen: Trump bei Republikanern vorn)

The Daily Beast und Vocativ sind zwei Online-Magazine. Sie haben die Finanzberichte von Wahlkampagnen auf Bundesebene untersucht und herausgefunden, dass 60 Superreiche in den Vereinigten Staaten an die Kandidaten beider Parteien, Republikaner und Demokraten, spenden. „Einige behaupten, sie wollten den (demokratischen) Prozess unterstützen. Aber die Wahrheit ist, dass sie normalerweise an Personen geben, die am besten etwas für sie tun können“, sagt Larry Noble, Anwalt beim Campaign Legal Center, einer parteiunabhängigen Denkfabrik in Washington. „Die Spender sind nicht in erster Linie Republikaner oder Demokraten, sondern sie handeln vorrangig als Geschäftsleute.“

Spenden und Gefallen

Laut den Daten des Bundeswahlkomitees hat der Vorstandschef von Tyson Foods John Tyson, 25000 Dollar jeweils an Clintons und Bushs PAC gegeben. Tyson hat enge Verbindungen zu den Clintons. Ende der 1990er wurde ihm für seine Aussage in einem Finanzskandal Immunität gewährt. Präsident war damals Hillary Clintons Ehemann Bill. Der begnadigte später auch einen verurteilten Mitarbeiter von Tyson.

Wahlkampfgelder von denselben Spendern halten die Kandidaten aber nicht davon ab, aufeinander loszugehen. Clinton scheint Jeb Bush als Haupthindernis auf dem Weg zurück ins Weiße Haus zu sehen. Sie, die oft als Kandidatin des großen Geldes gesehen wird, warf ihm ausgerechnet Bürgerferne vor. Denn Bush hatte empfohlen, länger zu arbeiten, um das amerikanische Bruttoinlandsprodukt zu steigern. Und der antwortete ihr mit Häme auf ihre Kritik an dem Taxi-Ersatzdienst Uber. „Clintons antiquierten Vorschläge“ verhinderten die Schaffung von Arbeitsplätzen.