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07.08.2015, 11:03 Uhr TRUMP DOMINIERT FERNSEHDEBATTE

Vorwahlkampf in den USA: Schrilles Spektakel

Kommentar von Dirk Fisser

Laut und schrill: Donald Trump während der Fernsehdebatte. Foto: ReutersLaut und schrill: Donald Trump während der Fernsehdebatte. Foto: Reuters

Osnabrück. 17 Republikaner treten im Vorwahlkampf in den USA gegeneinander an. Milliardär Donald Trump überstrahlt dabei alle. Doch das schrille Spektakel ist weder Werbung für die Demokratie noch erfolgsversprechend im Kampf ums Weiße Haus.

Die Vorwahlkämpfe in den USA sind ein bizarres Schauspiel: Über Monate hinweg bepöbeln sich Millionäre und Milliardäre, ziehen sich gegenseitig in den Schmutz. Und das so lange, bis ihnen das Geld ausgeht oder aber der Großteil entnervt und entwürdigt die Segel streicht.

Selbstüberschätzung

Der derzeitige Vorwahlkampf bei den Republikanern ist ein besonders schlimmes Beispiel und alles andere als Werbung für die Demokratie: Gleich 17 Bewerber halten sich selbst für den bestmöglichen Präsidenten. Bei den meisten ist das Ausdruck einer maßlosen Selbstüberschätzung. (Weiterlesen: TV-Debatte der Republikaner: Trump lässt es krachen)

Viel Show und wenig Inhalt

Poltergeist Donald Trump überstrahlt dabei alle anderen. Mit viel Show und wenig Inhalt bestreitet er den Vorwahlkampf. Das hat zwar Unterhaltungswert, doch die Chancen der Republikaner, die Demokraten im Weißen Haus abzulösen, erhöht es nicht. Denn das Spektakel ist so schrill, dass es die Probleme der Demokraten wie den fragwürdigen Umgang von So-gut-wie-Kandidatin Hillary Clinton mit ihren Emails überstrahlt.

Die kann sich auf den eigentlichen Wahlkampf vorbereiten, sofern ihr nicht noch Konkurrenz aus den eigenen Reihen erwächst. Trump mag sich zwar am Ende gegen seine 16 Mitbewerber durchsetzen oder aber alleine in den Wahlkampf ziehen. Über das Ego und die Finanzmittel verfügt er. Ob die Amerikaner ihm aber das Weiße Haus anvertrauen würden, ist eine ganz andere Frage.


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