Initiative: Keine guten Bedingungen Kritik an geplantem Asylheim in Oldenburg

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In den alten Mauern des früheren Klosters Blankenburg sollen ab November Asylbewerber leben. Foto: dpaIn den alten Mauern des früheren Klosters Blankenburg sollen ab November Asylbewerber leben. Foto: dpa

Oldenburg. Die Initiative „Welcome Refugees Oldenburg“ hat die Entscheidung des Landes kritisiert, auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Blankenburg am Stadtrand in Oldenburg erneut ein Aufnahmelager für Asylbewerber einzurichten. Die Bedingungen seien menschenunwürdig.

„Das Klostergelände in Blankenburg war immer wieder ein Ort von Zwang und Ausgrenzung“, moniert die Initiative in einer Erklärung. „Es diente als Armen- und Siechenhaus, als geschlossene psychiatrische Einrichtung – auch während der NS-Zeit – und bis 2011 als Lager für Geflüchtete.“ Dass dort nun wieder ein Lager entstehen solle, könne man nicht akzeptieren. In dem Komplex, der am Dienstag vom Land angemietet wurde, sollen ab November bis zu 600 Asylbewerber untergebracht werden.

„Welcome Refugees“ betonte, sich nicht dagegen auszusprechen, „dass Flüchtende nach Deutschland und damit auch nach Oldenburg kommen“. Aber diese sollten unter menschenwürdigen Bedingungen leben können. Dafür wird nach Ansicht der Initiative viel zu wenig getan.

Die Erklärung erinnert auch an einen vierwöchigen Streik der Bewohner im Kloster im Oktober 2006, als der Ort bereits einmal als Asylbewerberunterkunft diente. Die Unterbringung in Räumen mit bis zu sieben Mitbewohnern hätte den Flüchtlingen das Recht auf Privatsphäre genommen, meinen die Kritiker. Auch bemängelten die Bewohner damals die medizinische Versorgung und das Essen.

Das Landesinnenministerium teilte mit, dass jedem Flüchtling sechs bis sieben Quadratmeter Wohnraum zustehen sollen. Familien sollten möglichst zusammen oder in nebeneinanderliegenden Räumen untergebracht werden, sagte Bernd-Michael Lemmel, im Innenministerium unter Boris Pistorius (SPD) zuständig für Flüchtlinge. Die meisten Asylbewerber seien aber ohnehin alleinstehende Männer.

„Refugees Welcome“ kritisiert außerdem die Lage der künftigen Aufnahmestelle knapp sieben Kilometer außerhalb der Innenstadt. Pistorius versprach beim Besuch auf dem Gelände am Dienstag aber eine Linienbusanbindung mit vernünftiger Taktung. Pistorius’ Parteifreund Dennis Rohde, Bundestagsabgeordneter, kündigte zu diesem Zweck Gespräche mit Stadtbusbetreiber VWG an. Dass noch einmal solche Zustände wie 2006 herrschen würden im Kloster Blankenburg, glaubt Rohde nicht.


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