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05.08.2015, 06:00 Uhr STREIT UM STRATEGIE GEGEN IS

Russland und die USA: Blamage in Syrien

Ein Kommentar von Christian Schaudwet


Kämpfer der Freien Syrischen Armee, die von den USA unterstützt wird. Foto: ReutersKämpfer der Freien Syrischen Armee, die von den USA unterstützt wird. Foto: Reuters

Osnabrück. Russland will den syrischen Diktator Assad im Kampf gegen den Islamischen Staat stärken, die USA wollen ihn ausschalten. Der Interessenkonflikt der Großmächte nützt den Terroristen.

Mit ihren gegensätzlichen Strategien für Syrien garantieren Russland und die USA den Menschen in der Region endloses Leid und der Welt einen Konfliktherd für die kommenden Jahrzehnte.

Moskau und Washington müssten gleichermaßen Interesse daran haben, den Zerfall Syriens und des Iraks aufzuhalten und dem Islamischen Staat Einhalt zu gebieten: Militärisch ausgebildet, bedrohen zurückkehrende IS-Fanatiker sowohl den russischen Nordkaukasus als auch die USA und deren Verbündete.

Dennoch sind die Großmächte von einem Zusammenwirken weit entfernt: Russland will nicht von seinem einzigen Verbündeten in der Region lassen, von Syriens geschwächtem Diktator Baschar al-Assad. Die USA setzen auf die militärisch immer weniger bedeutende Freie Syrische Armee und lassen keinen Zweifel daran, dass sie für Assad keine Zukunft sehen.

Davon profitiert nur eine Partei in diesem Konflikt: Je tiefer sich die USA, Russland und die Regionalmächte Saudi-Arabien, Iran und Türkei in Zankereien über das weitere Vorgehen verstricken, desto stärker wird das Terror-Regime des Islamischen Staates.

Es gab Zeiten, da fanden die USA und Russland trotz aller Differenzen auf geopolitischer Ebene im Kampf gegen islamistische Terroristen zueinander. Im Moment aber blamieren sie sich bis auf die Knochen.


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