Astronaut als Sympathieträger Alexander Gerst: Raumfahrt ein Kindheitstraum

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Der zurückgekehrte Astronaut Alexander Gerst am 09.05.2015 in seiner Heimatstadt Künzelsau (Baden-Württemberg) während seiner Willkommensparty vor mehreren Tausend Zuschauern. Foto: Daniel Maurer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++Der zurückgekehrte Astronaut Alexander Gerst am 09.05.2015 in seiner Heimatstadt Künzelsau (Baden-Württemberg) während seiner Willkommensparty vor mehreren Tausend Zuschauern. Foto: Daniel Maurer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bremen. Alexander Gerst ist fasziniert von der Raumfahrt – und fasziniert mit seiner Begeisterung. Wie viel ihm die Blue-Dot-Mission bedeutet hat, war schon während seiner Zeit im All spürbar.

Mit leuchtenden Augen steht Alexander Gerst im Airbus-Center in Bremen. Vor ihm sitzen Schüler, die ihn mit Fragen zu seiner Blue-Dot-Expedition ins All bombardieren. Der Name der Mission liegt auf der Hand: „Blue dot“ heißt auf deutsch kleiner blauer Punkt. Ein berühmtes Foto der Raumsonde Voyager 1 aus dem Jahr 1990 zeigt die Erde aus großer Entfernung – als kleinen blauen Punkt. Seit etwa acht Monaten ist der Astronaut wieder auf der Erde. Doch seine Begeisterung über die Reise ist ihm noch immer anzusehen. Am liebsten würde der 39-Jährige alle Fragen beantworten. Doch die Zeit drängt: Gerst ist ein gefragter Mann.

Fotos in sozialen Netzen

Bevor er Ende Mai als dritter deutscher Raumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen ist, war er nur wenigen Menschen ein Begriff. Mit seinen unzähligen Fotos und Nachrichten, die er während seiner Expedition über die sozialen Netzwerke Facebook, Instragram und Twitter verbreitete, machte er auf sich aufmerksam – und auf die Raumfahrt. „7,3 Milliarden Menschen leben auf diesem Planeten, sechs einzelne Menschen befinden sich im Weltraum – das ist schon etwas Besonderes. Wir haben eine besondere Perspektive da oben und ich bin mir der Verantwortung bewusst, dass ich diese Perspektive teilen muss und möchte“, sagte er, als er zurück auf der Erde war. (Weiterlesen: Mondlandekamera von Neil Armstrong entdeckt)

Fragiler Planet

Wie besonders diese Reise für ihn war, hat der gebürtige Künzelsauer schon während seiner Zeit im All all denen vermittelt, die seine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken verfolgt haben. Mit Fotos von Dünen in der Sahara, ausgetrockneten Flüssen oder Seen, Deutschland am Tag oder Ägypten in der Nacht, Sonnenuntergängen und Wolken hat der 39-Jährige die Menschen zum Staunen gebracht. Seine Botschaft: Die Erde ist toll und wir dürfen nicht vergessen, dass es nur eine davon gibt. Aus dem All sei erst richtig zu erkennen, wie fragil unser Heimatplanet ist. (Weiterlesen: Gerst wird Unicef-Botschafter)

Gewinnende Ausstrahlung

Wer Gerst zuhört, wie er von der Blue-Dot-Mission spricht, von der Vorbereitung darauf und seinen Gefühlen im All, kann sich kaum dagegen wehren, von seiner Begeisterung angesteckt zu werden. Es ist die Art, wie er sich gibt, wie er spricht, was er sagt. Und: seine Ausstrahlung. Schon wenn er den Raum in seinem blauen Overall nur betritt und den Anwesenden ein Lächeln schenkt, hat er alle überzeugt.

Bewusstsein geweckt

Auch auf die SPD-Politikerin Brigitte Zypries hat er seine Faszination übertragen. „Was sie über Twitter und Facebook in die Welt getragen haben und wie Sie damit eine Welle der Begeisterung ausgelöst haben, gerade bei den jungen Leuten, die Ihnen folgten. Und was Sie damit für ein Bewusstsein ausgelöst haben für die Verletzlichkeit der Erde, mit den Bildern, das war toll“, sagte die SPD-Politikerin bei einer Pressekonferenz, nachdem der Astronaut wieder auf der Erde war.

Perspektive weitergeben

Diese Perspektive will Gerst bewahren – und weitergeben. Zusammen mit der Faszination für die Raumfahrt, die ihn als Kind gepackt hat, als er Sigmund Jähn in seiner Kapsel in den Weltraum fliegen sah. „Das hat mir als Kind so viel Schub gegeben, so viel Energie, um meine Träume zu verwirklichen, dass ich davon etwas weitergeben möchte. Wenn ich das Leuchten in den Augen der Kinder sehe, dann erinnert mich das an mich selbst, als ich noch ein kleiner Junge war.“ Wer Gerst dabei sieht, wie er von seinen Erlebnissen im All erzählt, der kann eben diesen Jungen in ihm erkennen.


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