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02.07.2015, 18:17 Uhr ANSPRUCHSVOLLE DISKUSSION

Debatte um Sterbehilfe: Gegen Tötungshelfer

Ein Kommentar von Christof Haverkamp


Geschäftsmäßige Beihilfe zur Tötung auf Verlangen - das lehnen die meisten Bundestagsabgeordneten ab. Symbolfoto: ImagoGeschäftsmäßige Beihilfe zur Tötung auf Verlangen - das lehnen die meisten Bundestagsabgeordneten ab. Symbolfoto: Imago

Osnabrück. Geschäftsmäßige Sterbehilfe soll verboten werden. Darin sind sich die Abgeordneten des Bundestages einig. Sie diskutierten über vier Gesetzentwürfe zum assistierten Suizid. Es war eine Debatte auf hohem Niveau.

Die Debatte um die Sterbebegleitung gehört in dieser Wahlperiode zu den anspruchsvollsten im Bundestag – sie dreht sich um existenzielle, ethisch wichtige Gewissensfragen: Wie gehen wir mit Schwerkranken am Lebensende um? Was bedeutet Sterben in Würde? Ist die Giftmischung die angemessene Erlösung vom Qualtod?

Bisher hat sich die Hälfte der Abgeordneten noch nicht festgelegt. Daher dienten die Beratungen in diesem Fall tatsächlich der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung, während sonst die Positionen längst vorab geklärt sind.

In der ersten Lesung gab es wie bei früheren Debatten einen intensiven Austausch von Argumenten über alle Fraktionsgrenzen hinweg. Einig sind sich die meisten Parlamentarier jedenfalls darin, dass sie die organisierte Sterbehilfe verbieten wollen. Und dass die geschäftsmäßige Beihilfe zur Tötung auf Verlangen nicht zum üblichen Angebot in den Gelben Seiten werden darf.

Von dieser Befürchtung geprägt ist auch der Gruppenantrag von Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD). Bisher hat ihr Entwurf, der die geschäftsmäßige Sterbehilfe bestrafen will, die meisten Unterstützer gefunden. Auch die Bundesärztekammer ist dafür. Das ist wichtig, denn es sind gerade die Ärzte, die bei einer Freigabe des assistierten Suizids zu Tötungshelfern gemacht würden.

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