Auch „Beamtenbagger“ genannt Was ist ein „Paternoster“ und woher stammt der Name?

Von dpa

Ein Paternoster im Rathaus Leipzig. Foto: dpaEin Paternoster im Rathaus Leipzig. Foto: dpa

Stuttgart. Erst das Verbot, jetzt der Rückzieher: Paternoster-Aufzüge sind derzeit in aller Munde. Doch was ist das eigentlich und woher stammt der Name?

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt der Paternoster als Revolution in der Aufzugtechnik. Der Duden nennt ihn einen „Aufzug mit mehreren vorne offenen Kabinen, die ständig in der gleichen Richtung umlaufen“. Auch dass der Volksmund diese besondere Art von Fahrstuhl gern „Beamtenbagger“ nennt, verschweigt der Duden nicht. Den Ursprung des Begriffs Paternoster führen die Sprachwissenschaftler auf das katholische Rosenkranz-Gebet zurück.

Vorläufer des Rosenkranzes

Neben einem Kreuz besteht die christliche Gebetskette aus 59 kleinen und großen Kugeln, die zwischen den Fingern weitergeschoben werden. Dabei stehen die kleinen Perlen für zehn Ave Maria, die jeweils größeren für ein Vaterunser - lateinisch „Pater Noster“. Die schon im 3. und 4. Jahrhundert unter Mönchen als Vorläufer des Rosenkranzes entstandenen Gebetsketten wurden „Paternosterschnüre“ genannt. Denn das Vaterunser war das gebräuchlichste Gebet.

Den Gebetsketten vergleichbar, die beim Beten durch die Finger gleiten, werden die Kabinen eines Paternoster über Rollen in einem Umlaufsystem wie in einer Endlosschleife bewegt.

Nur drei Paternoster in Niedersachsen

Etwa 240 Paternoster sollen heute noch in Deutschland laufen, besonders viele davon in Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf. Niedersachsen ist dagegen mit gerade drei Umlaufaufzügen in Braunschweig und Salzgitter eine echte Paternoster-Diaspora. Da bleibt für den vom Paternoster begeisterten Osnabrücker nur der Blick ins nahe Münster: Im Finanzamt Hohenzollernring Hohenzollernring, im Agravis Mischfutterwerk am Industrieweg und im Kaufhof Königstraße soll es noch Paternoster geben.


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