Clinton gegen Bush US-Wahlkampf: Diese Politiker streben 2016 ins Weiße Haus

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Osnabrück. Wenn Jeb Bush am Montag seine Bewerbung um die Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl 2016 verkündet, ist das Duell der großen Namen offiziell eröffnet: Bush gegen Clinton. Alle weiteren Anwärter können sich unter „ferner liefen“ einordnen – oder vielleicht doch nicht?

Es hat ein bisschen was vom Kampf zweier Königshäuser um die Krone: Die Familien Clinton und Bush stehen heute in den USA wie keine anderen für Macht und Einfluss gepaart mit Geld – und beide streben wieder ins Weiße Haus. Die Demokratin Hillary Clinton, Ex-Außenministerin und Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton, trat im April in den Wahlkampf ums höchste Amt im Staat ein. Am Montag will nun Jeb Bush, Sohn und Bruder zweier Ex-Präsidenten, seine Bewerbung verkünden. Er gilt als aussichtsreicher Kandidat unter den Republikanern.

Trotz seiner Favoritenrolle reiht sich Bush erst einmal in ein großes Anwärterfeld seiner Partei ein. Ein zu großes, meinen manche Kritiker. Schon im Vorwahlkampf 2012 mischten so viele Republikaner mit, dass dies am Ende zur Schwäche der Grand Old Party wurde. Der schließlich gekürte Kandidat Mitt Romney unterlag am Ende Amtsinhaber Barack Obama, der zum zweiten Mal ins Weiße Haus einzog.

Während Clinton bei den Demokraten bisher nur drei offizielle Konkurrenten hat, haben schon zehn Republikaner kundgetan, kandidieren zu wollen. Bush wäre der elfte. Und weitere, teilweise durchaus ernst zu nehmende Bewerber stehen ebenfalls bereits in den Startlöchern.

Die beiden Großen: Das Duell Clinton-Bush elektrisiert die Amerikaner bereits seit Monaten, obwohl der Republikaner bis jetzt mit seiner offiziellen Bewerbung gewartet hat. Während Clinton mit Zustimmungswerten um rund 60 Prozent haushohe Favoritin bei den Demokraten ist, gilt Bush zwar als aussichtsreich, aber (noch) nicht als unangefochten. Doch der Sohn von George Bush und Bruder von George W. Bush greift ja auch jetzt erst so richtig in den Wahlkampf ein.

Die schärfsten Konkurrenten: Nach Clinton kommt bei den Demokraten lange nichts. Bei der Grand Old Party sieht das anders aus: Marco Rubio, der aufstrebende junge Senator aus Florida, ist höchst erfolgreich gestartet und liegt laut einer aktuellen Umfrage von CNN/ORC gleichauf mit Bush oder sogar knapp vor ihm. Pikant: Rubio ist Bushs politischer Ziehsohn. Zuletzt ebenfalls überraschend gut im Rennen lag auch der eigentliche Außenseiter Mike Huckabee, Ex-Gouverneur von Arkansas, früherer Pastor und strikt konservativ.

Das Mittelfeld: Der CNN/ORC-Erhebung zufolge bringt sich hier vor allem der erzkonservative Tea-Party-Mann und texanische Senator Ted Cruz in Stellung. Ähnliche Zustimmungswerte erzielen Rand Paul, Senator für Kentucky und ebenfalls Liebling der Tea-Party-Bewegung, und Ben Carson, ein berühmter Neurochirurg.

Die Chancenlosen: Hier kommen mal wieder Demokraten ins Spiel: Bernie Sanders,Jeb Bush, Sohn und Bruder zweier Ex-Präsidenten,Martin O’Malley und Lincoln Chafee sind nicht mehr als Beiwerk zu Clintons Bewerbung. Auch bei den Republikanern tummeln sich hier einige Ambitionierte, etwa der erzkonservative Rick Santorum, der sein Glück bereits versuchte und scheiterte. Die einzige Frau im Bewerberfeld der Grand Old Party, Carly Fiorina, gilt ebenso als Außenseiterin wie der Ex-Gouverneur von Texas, Rick Perry, sowie die Anwärter George Pataki und Lindsey Graham.

Die Möglichen: Scott Walker, Gouverneur von Wisconsin, ist offiziell noch gar kein Bewerber, erreicht aber jetzt schon erstaunlich gute Zustimmungswerte: In der CNN-ORC-Umfrage liegt er gleichauf mit Huckabee auf Rang drei. Drei weitere Republikaner werden wohl außerdem noch ins Rennen einsteigen: Chris Christie, Bobby Jindal und John Kasich. Bei den Demokraten dürfte noch der linke Jim Webb seine Bewerbung bekannt geben.

Die Nein-Sager: Nach seiner Niederlage gegen Obama 2012 hat Mitt Romney einen erneuten Versuch, ins Weiße Haus zu kommen, ausgeschlossen. Der demokratische Vize-Präsident Joe Biden wird vermutlich ebenfalls nicht kandidieren. Und ausgerechnet die Demokratin, die Clinton am ehesten hätte Konkurrenz machen können, will nicht antreten. Elizabeth Warren, Senatorin für Massachusetts, betonte kürzlich noch einmal: „Ich werde nicht kandidieren. Soll ich ein Ausrufezeichen dahinter setzen?“


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