Nächste IWF-Rate ist fällig Was passiert, wenn Griechenland nicht pünktlich zahlt?

Von dpa

An diesem Freitag mus Griechenland seine nächste IWF-Rate zahlen. Foto: dpaAn diesem Freitag mus Griechenland seine nächste IWF-Rate zahlen. Foto: dpa

Berlin. An diesem Freitag ist nächster Zahltag für Griechenland - und Athen ist gewillt, die 300 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzuzahlen. Aber was passiert, wenn Griechenland nicht pünktlich zahlt?

Sollte es dennoch eng werden, könnte Athen auf Antrag die im Juni fällig werdenden Rückzahlungen an den IWF von 1,6 Milliarden Euro bündeln und erst zum Monatsende überweisen. Diese „Sambia-Option“ – so genannt, weil das afrikanische Land eine solche Möglichkeit einmal genutzt hatte - wäre ein Weg, um zumindest Zeit zu gewinnen. Im Juli und August stehen weitere Milliarden-Rückzahlungen an.

Fällt eine IWF-Überweisung aus, gehen die Lichter nicht sofort aus. Der IWF würde Athen zunächst mahnen, unverzüglich zu zahlen. In einem nächsten Schritt würde IWF-Chefin Christine Lagarde die Spitze des Fonds über den Zahlungsverzug informieren. Nach weiteren Wochen würde Athen ganz von IWF-Mitteln abgeschnitten. Langfristig droht Griechenland ein Entzug der Stimmrechte und ein IWF-Ausschluss.

Die Euro-Rettungsfonds EFSF/ESM müssten unmittelbar über Konsequenzen beraten - auch wenn die Hilfskredite erst ab 2023 zurückgezahlt werden müssen. Theoretisch könnten sämtliche Hilfskredite an Griechenland sofort fällig gestellt und die bisher ausgezahlten 130,9 Milliarden Euro unmittelbar eingefordert werden. Das gilt aber als unwahrscheinlich. Möglich wäre auch ein Verzicht auf Rückzahlung, was beim europäischen Steuerzahler nicht gut ankäme. Der ESM könnte natürlich auch kurzfristig einspringen - Geld dafür wäre genug da.

Die Europäische Zentralbank (EZB) müsste bei verpasster IWF-Zahlung beraten, wie es mit der Notfallfinanzierung an griechische Banken weitergeht. Geprüft würde, ob und in welcher Höhe die Hilfen fortgesetzt werden können und welche Abschläge fällig werden.

Die Nichtzahlung an den IWF zum vertraglichen Fälligkeitstermin würde von den Ratingagenturen, die die Kreditwürdigkeit eines Landes bewerten, wohl noch nicht als allgemeiner Zahlungsausfall eingestuft.

Unmittelbare Folgen gäbe es aber auch in Griechenland: Würde die Nichtzahlung bekannt, ist davon auszugehen, dass die Griechen die Banken stürmen und die letzten Euros von den Konten abräumen. Banken müssten vorübergehend dichtmachen, der Staat müsste Kapitalverkehrskontrollen beschließen.