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03.06.2015, 19:49 Uhr

Neues Schulgesetz in Niedersachsen: Weichenstellung

Kommentar von Hans Brinkmann

Hannover. Das neue niedersächsische Schulgesetz ist unter Dach und Fach - ob es zu einem Wahlschlager für Rot-Grün wird, ist allerdings noch nicht ausgemacht, wie unser Kommentator meint:

Wie immer man auch das neue niedersächsische Schulgesetz bewerten mag, eines steht fest: Es beinhaltet wichtige Weichenstellungen für Jahre, vielleicht gar Jahrzehnte.

Das gilt allen voran für die Entscheidung, den Weg für eine beschleunigte und flächendeckende Ausbreitung von Gesamtschulen zu ebnen. In Wechselwirkung mit rückläufigen Schülerzahl kann dies die Bildungslandschaft erheblich verändern – langfristig etwa in Richtung eines Zwei-Säulen-Systems aus Gymnasium und IGS.

Apropos Gymnasien: Die nun im Gesetz verankerteAbkehr vom Turbo-Abi bedeutet für diese Schulen eine Chance. Man stelle sich einmal vor, sie hätten am G 8 festhalten müssen, während Gesamtschulen mit dem stressfreieren G 9 locken dürften. Das hätteZeter und Mordio gegeben.

Die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren und die Forcierung des Ganztagsangebots dürften letztendlich zu den Gesetzesinhalten zählen, mit denen die Regierung am ehesten punkten könnte. Aber ob am Ende diese Novelle, die ja zu den zentralen Projekten von Rot-Grün in Niedersachsen zählt, tatsächlich zum erhofften Wahlschlager wird, ist noch längst nicht ausgemacht.

Bislang haben es SPD und Grüne jedenfalls nicht verstanden, trotz ungeheuren Aufwandes positive Stimmung im Schulbereich zu erzeugen. Störfaktoren wie der Streit um Arbeitszeiten und der Boykott von Klassenfahrten überlagern alles.


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