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28.05.2015, 06:55 Uhr KOLUMNE

Die Clintons in Pristina: Steinernes Winken, fesche Damenmode

Von Franziska Kückmann

Bill Clinton aus Stein in Pristina, gleich neben den Stars and Stripes. Foto: Franziska KückmannBill Clinton aus Stein in Pristina, gleich neben den Stars and Stripes. Foto: Franziska Kückmann

Pristina. Manch US-amerikanischer Präsident findet sich in der kosovarischen Hauptstadt Pristina als Straßenname verewigt. Bill Clinton gibt’s sogar aus Stein – und er hat seine Frau dabei.

Bill Clinton reckt seinen linken Arm siegessicher in die Luft. Er steht, mausgrau, auf einem steinernen Sockel mitten in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo. Ein paar Meter weiter räkelt sich die amerikanische Flagge träge im Wind.

„Es gibt“, sagt Milena Tutsch, während der Bus an der Statue vorbeifährt, „auch eine Bill-Clinton-Straße in Pristina. Und eine George-Bush- und eine Tony-Blair-Straße.“ Die Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft im Kosovo zuckt die Schultern auf die Frage, woher diese Verehrung für frühere amerikanische Präsidenten und britische Premierminister kommt.

Keine „Joschka-Fischer-Allee“

„Vermutlich aus dem Krieg“, lautet ihre nicht so abwegige Theorie. Damals, in den Neunzigern im Kosovo-Krieg, bedeuteten die USA und Großbritannien als Nato-Staaten Rettung gegen das verfeindete Serbien. Da hat Bill Clinton doch ein (zugegeben nicht allzu großes) Monument verdient! Und auch eine eigene Straße.

Eine Joschka-Fischer-Allee gibt es übrigens noch nicht. Obwohl es doch der damalige grüne Außenminister war, der den Bundeswehr-Einsatz im Kosovo durchsetzte. Im jungen Balkan-Staat hat ihm das noch keinen unvergänglichen (Straßennamen-)Ruhm eingebracht.

Für Bill Clinton sieht das anders aus. Der hat nicht nur eine Statue und eine Straße – nein, direkt gegenüber seines steinernen Ichs bietet die „Boutique Hillary“ hübsche Damenmode feil. Die Clintons vereint, auch in Pristina. Welch romantischer Zug der Kosovaren!


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