„Anforderungen massiv erhöht“ Fachschulen für Erzieherinnen für Aufwertung des Berufs

Die Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher fordern eine Aufwertung ihres Berufes. Foto: dpaDie Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher fordern eine Aufwertung ihres Berufes. Foto: dpa

Osnabrück. Die Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher drängen auf eine gesellschaftliche und finanzielle Aufwertung ihres Berufes. In einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärten die Vorsitzenden der drei zuständigen Verbände, die Qualität der Berufsausbildung stehe mittlerweile auf einer Stufe mit Bachelor-Abschlüssen im Studienfach Pädagogik.

Die fünfjährige Ausbildung, davon drei Jahre Fachschule, vermittle Kompetenzen, die gleichwertig mit einem Meisterabschluss seien. Die Anforderungen an Erzieherinnen und Erzieher hätten sich in jüngster Zeit massiv erhöht – die Bezahlung jedoch nicht.

Die frühkindliche Bildung habe erheblich an Bedeutung gewonnen, auch durch den Ausbau der Einrichtungen für die unter Dreijährigen. Diese Investition komme der gesamten Gesellschaft zugute. Nicht mehr die Grundschule sei heute die erste Bildungseinrichtung für Kinder, sondern die Kindertagesstätte (Kita). (Weiterlesen: Die andere Seite des Kita-Streiks: Eine Mutter berichtet)

Aufgaben durch Erziehung von Flüchtlingen und Behinderten gewachsen

Dort sei eine Ganztagsbetreuung von Anfang an inzwischen selbstverständlich. Zunehmend entwickelten sich die Kitas zu Familienzentren. Die Aufgaben seien auch durch die Erziehung von jungen Flüchtlingen, Migranten und behinderten Menschen gewachsen, betonten die Verbandsvertreter. Die Diskussion über die Qualität sei inzwischen fester Bestandteil der täglichen Arbeit. (Das Kindergarten-Abc: Von A wie Abholen bis Z wie Zähneputzen)

Angesichts der Kita-Streiks werde zurecht die Forderung nach Tariferhöhung erhoben, diese müsse im Zusammenhang mit dem gewandelten Berufsbild der Erzieherinnen und Erzieher gesehen werden. Gleichzeitig sei es immer schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden.

450 Fachschulen mit jährlich rund 20000 Absolventen

Die „Gemeinsame Vertretung der Bundesverbände der Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik“ vertritt nach eigenen Angaben rund 450 Fachschulen und Fachakademien in Deutschland mit jährlich rund 20000 staatlich anerkannten Absolventen. In ihr sind drei Fachschulverbände zusammengeschlossen: Der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (Vorsitzender: Norbert Göttker), die Bundesarbeitsgemeinschaft öffentlicher und freier nicht konfessionell gebundener Ausbildungsstätten für Erzieher/innen (Vorsitzende: Ruth Schwake) und die Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher (Vorsitzender: Ludger Mehring). (Weiterlesen: Kita-Streik in Osnabrück: Wie bekommen Eltern Beiträge zurück?)


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