RTL-Reporterin in Osnabrück Antonia Rados sieht kein Ende des Chaos in der Welt

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Antonia Rados
              
                Foto: WestdörpAntonia Rados Foto: Westdörp

Osnabrück. Politische Krisen bereiten nicht zuletzt auch wirtschaftlichen Entscheidern Sorgen. Antonia Rados, Chefreporterin Ausland der RTL-Gruppe, hatte am Dienstagabend eine schlechte Botschaft für sie: Mit einem schnellen Ende des Chaos in der Welt rechnet sie nicht.

Zu schaffen mache den exportorientierten Unternehmen der Region vor allem die Krise in Osteuropa, so Michael Grunwald, Vorsitzender der regionalen Niedersachsenmetall-Bezirksgruppe Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim. Sein Verband und der ebenfalls regionale Industrielle Arbeitgeberverband nahmen dies zum Anlass, die Reporterin zum Abschluss der diesjährigen gemeinsamen Jahreshauptversammlung nach Osnabrück einzuladen. Vergangenes Jahr hatte der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher referiert.

Aus Libyen zurück

Sie sei gerade erst aus Libyen zurückgekehrt, verschob Rados kurzerhand ihren Fokus von der Ukraine auf den Nahen Osten und beschrieb dann, wie Handys, das Internet und Satellitenfernsehen ihrer Meinung nach zum Chaos in der arabischen Welt beigetragen hätten. Die westlichen Mächte schufen die Probleme der Region nach Auffassung der Reporterin nach dem Ersten Weltkrieg selbst, indem sie die arabische Welt am Reißbrett „gegen jede Logik und gegen die Interessen der Bevölkerung“ zeichneten – einzig mit dem Blick auf das Öl. Danach hätten sie Machthaber installiert, die die Länder stabilisieren sollten.

Tatsächlich aber habe sich in der arabischen Welt jahrzehntelang nichts bewegt: keine technische Entwicklung, keine nennenswerten Exporte außer Erdöl, ein ungleich verteilter Ölreichtum und eine zu großen Teilen verarmte, arbeitslose Bevölkerung, die weder lesen noch schreiben könne. Handys und das Internet seien dann zum Werkzeug des Arabischen Frühlings geworden.

Hoffnung durch Iran

Die Region sei zurück ins Chaos gestürzt. Dafür zahle Europa nun den Preis, befand Rados und verwies auf die Flüchtlingskatastrophen. Hoffnung machen ihr die vergleichsweise strukturierte Türkei und der Iran. Beide könnten zu Stabilitätsfaktoren in der Region werden.


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