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Morddrohungen gegen Hermann Heußner Osnabrücker Professor: „Kinderlose sollen Einwanderung finanzieren“

Hermann Heußner ist Professor für Öffentliches Recht und Recht der Sozialen Arbeit an der Hochschule Osnabrück. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Foto: privatHermann Heußner ist Professor für Öffentliches Recht und Recht der Sozialen Arbeit an der Hochschule Osnabrück. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Foto: privat

Osnabrück. Hermann Heußner, Professor für Öffentliches Recht an der Hochschule Osnabrück, fordert eine Demografieabgabe für kinderlose Deutsche, um die Einwanderung zu finanzieren. Für seine Idee erhält er nicht nur Zuspruch, sondern auch Gegenwind. Das reiche bis zu Morddrohungen.

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Heußner geht von jährlich 400000 Einwanderern aus, die Deutschland benötige, um den „demografischen Infarkt“ in insbesondere ländlichen Regionen entgegenzuwirken, sagte der Professor im Gespräch mit unserer Redaktion. „Selbst wenn es gelingen sollte, dass tatsächliche Rentenalter deutlich anzuheben, Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt fit zu machen und deutliche Produktivitätsfortschritte zu erzielen, werden sehr viele zusätzliche Einwanderer benötigt.“

Defizit von mehr als 600000

So gingen in den nächsten zwei Jahrzehnten pro Jahr mehrere Hunderttausend Menschen mehr in Rente, als ins Berufsleben eintreten. Beim Jahrgang 1964, rechnet Heußner vor, betrage das Defizit mehr als 600000. „Die nichtgeborenen Kindern müssen wir deshalb durch Einwanderer ersetzen – dies kostet Geld.“

„Einkommensteuer für Kinderlose erhöhen“

Nach Berücksichtigung der Entlastungsleistungen des Staates koste jedes Kind die Eltern nach Berechnungen des Deutschen Familienverbandes durchschnittlich 4500 Euro pro Jahr. „Diejenigen, die keine Kinder aufziehen, sparen diesen Beitrag. Die Kosten der Einwanderung sind deshalb von ihnen zu stemmen“, sagte der dreifache Vater. Das könne durch höhere Sozialversicherungsbeiträge geschehen. „Gerechter wäre wohl ein prozentualer Zuschlag auf die Einkommenssteuer“, so Heußner. Die individuelle Einkommenssituation sei zu berücksichtigen. „Niemand darf wegen der Demografieabgabe in die Armut rutschen.“

Heußner für ein Einwanderungsgesetz

Heußner plädiert dafür, junge und arme Menschen aus Entwicklungsländern anzuwerben, die mithilfe der Demografieabgabe in Deutschland zur Schule gehen und eine Lehre absolvieren könnten. Das erfordere ein Einwanderungsgesetz, das unter anderem „Zielgrößen und Einwanderungsadressaten benennt sowie Schul-, Ausbildungs- und Integrationskonzepte erstellt und Wohnraumbeschaffung und Finanzierung klar regelt“.

Für seine Ideen erntet Heußner nicht nur Zuspruch. In persönlichen Gesprächen gäben ihm die meisten Menschen recht, versicherte er. Im Internet reiche das Spektrum von Beleidigungen bis zu Mordaufrufen.

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