Neue Flüchtlingspolitik gefordert Ex-DIW-Chef Zimmermann: Wir brauchen kluge Köpfe

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Osnabrück. In Brüssel treffen sich am Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Sondergipfel zur Flüchtlingskrise. Der Ökonom Klaus F. Zimmermann fordert, qualifizierten Flüchtlingen Zugang zum europäischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu gewähren.

„Junge, gut ausgebildete, motivierte, leistungsbereite Köpfe brauchen wir in Zukunft dringender denn je“, sagte der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn im Gespräch mit unserer Redaktion. Zimmermann forderte die europäischen Staats- und Regierungschefs deshalb auf, die Weichen für eine Neuorientierung der Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik zu stellen.

„Neben kurzfristigen Maßnahmen geht es darum, unsere humanitären Verpflichtungen gegenüber Asylsuchenden einerseits und unsere europäischen demografischen Interessen andererseits in einem Gesamtkonzept zusammenzubringen“, sagte der frühere Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Flüchtling zu sein „ist kein Beruf, sondern Schicksal“, betonte Zimmermann. Daher müsse Europa den bedrängten Menschen Schutz und eine neue Lebensperspektive bieten, fügte er hinzu.

Zudem plädierte der Migrationsforscher für die Schaffung einer Mittelmeerunion zwischen Europa und den Anrainerstaaten in Nordafrika und dem Nahen Osten. „Eine solche wirtschaftliche Partnerschaft würde den Flüchtlingsdruck auf Europa dauerhaft verringern, indem in den Krisenregionen selbst bessere wirtschaftliche und stabilere politische Verhältnisse ermöglicht werden“, sagte er.

Angesichts der jüngsten Bootsunglücke mit vielen toten Flüchtlingen auf dem Mittelmeer beraten die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag auf einem Sondergipfel in Brüssel über dieses Thema.


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