Griechenlands Schuldenkrise AfD-Chef Lucke: Tsipras ist verzweifelt

Der Vorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, besucht am 27.03.2015 in Berlin die Redaktion der dpa. Foto: Soeren Stache/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++Der Vorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, besucht am 27.03.2015 in Berlin die Redaktion der dpa. Foto: Soeren Stache/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Osnabrück. Angesichts der Finanznöte Griechenlands wertet AfD-Bundessprecher Bernd Lucke die Moskau-Reise des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras als eine „Verzweiflungstat“. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Lucke: „Tsipras weiß, dass Griechenland die Erwartungen der Eurozone nicht erfüllen kann.“

Die Drohung Athens, zum Verbündeten Putins zu werden, könne dazu führen, dass die Eurozone erneut nachgebe und Griechenland noch mehr Zeit und Geld gewähre, erklärte der AfD-Bundessprecher Lucke im Gespräch mit unserer Redaktion. „Damit wäre zwar die Staatspleite vorerst abgewendet, aber die wirtschaftliche Misere Griechenlands würde fortdauern“, warnte Lucke. Dies könne sogar im Interesse der Bundeskanzlerin Angela Merkel sein, sagte der AfD-Politiker. Merkel müsse fürchten, dass ein Griechenland, das aus dem Euro ausscheidet, wirtschaftlich schnell gesundet und damit andere Krisenstaaten der Eurozone über einen Austritt nachdenken lasse, erläuterte Lucke.

Hinwendung zu Obama?

Würde hingegen die Eurozone Griechenland wider Erwarten neue Hilfen verweigern, so Lucke weiter, hätte Tsipras‘ Liebäugeln mit Moskau noch einen anderen Adressaten: US-Präsident Barack Obama. „Eine mögliche Hinwendung des Nato-Mitglieds Griechenland nach Russland könnte die Amerikaner zu einer Finanzhilfe an Griechenland veranlassen“, vermutete der AfD-Chef.

Bernd Lucke ist einer von drei Bundessprechern der Alternative für Deutschland (AfD) , seine Professur für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg ruht derzeit. Lucke hatte bereits mehrfach den Austritt Griechenlands, aber auch anderer EU-Staaten, aus der Währungsunion gefordert.


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