Buh-Rufe nach geheimem Votum Bad Iburger Rat kippt die Landesgartenschau 2018

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„Das kann nicht funktionieren.“ Bürgermeisterin Annette Niermann appellierte an die CDU, ihre Forderung, allein im Jahr 2016 Investitionen von 5,4 Millionen Euro einzuplanen, noch einmal zu überdenken. Foto: Gert Westdörp„Das kann nicht funktionieren.“ Bürgermeisterin Annette Niermann appellierte an die CDU, ihre Forderung, allein im Jahr 2016 Investitionen von 5,4 Millionen Euro einzuplanen, noch einmal zu überdenken. Foto: Gert Westdörp

Bad Iburg. Bad Iburg gräbt seiner Landesgartenschau das Gießwasser ab. Mit dem Nein zu einem 250000 Euro-Budget im Haushalt 2015 und weiteren Investitionsansätzen für die kommenden Jahre ist das Schicksal der für 2018 geplanten Großveranstaltung besiegelt. Ohne Geld keine Gartenschau.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Großteil der Ratsmehrheit aus CDU und Grünen Nein zur Laga gesagt hat – aber nun wohl das letzte. Der Entscheidung ging am Donnerstagabend vor 90 Zuschauern eine erbitterte Diskussion des Rates voraus.

Überraschend hatte die CDU beantragt, den Haushaltsansatz für die Gartenschau zu streichen. Ergebnis der geheimen Abstimmung. 16 Stimmen für den CDU-Antrag, zehn dagegen und laute Pfui- und Buh-Rufe im Publikum.

Stattdessen, fordern CDU und Grüne, soll Iburg massiv in Schulen und Straßensanierung investieren.

Die Mahnung von Bürgermeisterin Annette Niermann, dass ihre kleine Verwaltung mit dem von der CDU gewünschten Investitionsvolumen überfordert sein werde und schon die letzten Großprojekte, vom Kneipperlebnispark bis zum Umbau der B 51, mit einer massiven Überarbeitung der Mitarbeiter erkauft worden seien, verhallte.

Land, Landkreis und Politik warfen die Christdemokraten vor, sie bei der Laga nicht so unterstützt zu haben, wie sie es versprochen hätten. „Wir haben uns auf unsere Partner verlassen und stehen jetzt allein da.“

In den letzten Tagen hatte sich abgezeichnet, dass die Laga erneut auf der Kippe steht. Denn schon seit drei Jahren gibt es ein Gezerre um die Gartenschau.

Anfang 2012 hatte das Wirtschaftsministerium dem Kneippbad im südlichen Osnabrücker Land empfohlen, sich um das touristische Sommerspektakel zu bewerben. Der Rat befürwortete das. Und eine Machbarkeitsstudie ergab: Bad Iburg kann es.

2013 stimmten die Mehrzahl der CDU und die Grünen gegen das Projekt. Eine Bürgerinitiative sammelte innerhalb kurzer Zeit 1000 Unterschriften für die Bewerbung. Der Rat diskutierte auf Antrag von SPD und FDP erneut. Ergebnis: Ja, wir bewerben uns.

Das Konzept überzeugte: Bad Iburg setzt sich gegen Bad Gandersheim durch. Und das Projekt nahm an Fahrt auf: Ein Förderverein wurde gegründet, bald darauf die Durchführungsgesellschaft für die Landesgartenschau, für die inzwischen zwei Geschäftsführer bestellt wurden.


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