Endgame-Demo von Pegida-Ableger USA-Gegner von Pegada demonstrieren in Hannover

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Wie schon in Erfurt und Halle demonstrieren Pegada-Anhänger unter dem Motto „Endgame“: Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas. Foto: dpaWie schon in Erfurt und Halle demonstrieren Pegada-Anhänger unter dem Motto „Endgame“: Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas. Foto: dpa

cst/kfr Hannover. Beim Aufmarsch der selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes“ (Pegada) in Hannover werden am Samstag laut Polizeiangaben bis zu 500 Teilnehmer erwartet. Die antiamerikanische Demonstration unter dem Motto „Endgame“ fand bereits in Erfurt und Halle statt. Dort kam es auch zu Zwischenfällen mit Gegendemonstranten.

Der paradoxerweise englische Begriff Endgame steht für „Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas“. Der Veranstalter Pegada will bei der Kundgebung für „Völkerverständigung, Solidarität und Frieden“ werben, heißt es auf der Homepage. In den Regeln zu „Endgame“ heißt es weiter: „Kein Rassismus, kein Extremismus, kein Nationalismus […].“ In der Selbstbeschreibung wird das Abschaffen der vermeintlichen „US-Herrschaft und US-Propaganda“ in Deutschland gefordert. Pegada warnt vor den USA als Terrormacht und fordert den „Abzug der Besatzer“.

Rednerliste lässt aufhorchen

Nach Ansicht von Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und antifaschistischen Gruppen steckt hinter Pegada ein aber „kruder Zusammenschluss“ von Verschwörungstheoretikern, Neonazis und gewaltbereiten Hooligans. Hierzu lohnt ein Blick auf die Rednerliste für die „Endgame“-Veranstaltung in Hannover: Da ist zum einen der Journalist und PR-Berater Christoph Hörstel. Der Gründer der Partei „Neue Mitte“ tritt häufig im Umfeld von Verschwörungstheoretikern auf und glaubt, die CIA hätte die Anschläge des 11. September „mitorganisiert“. Auch Taylan Can wird auftreten. Er wurde vom Amtsgericht Essen wegen Volksverhetzung verurteilt, weil er auf einer Demonstration im Juli 2014 „Tod und Hass den Zionisten“ gebrüllt hatte. Dem Redner und „Friedensaktivist“ Fuad Afane wirft „Pegada-Watch“ vor, ein „Hetzer gegen Israel“ zu sein.

Marsch durch Hannover geplant

Der niedersächsische Verfassungsschutz schätzt Pegada so ein: „Diese Veranstaltungen wurden bislang von einer sehr heterogenen Teilnehmergruppe besucht. Kontakte oder Bezüge zu rechtsextremistischen Organisationen sind derzeit nicht bekannt.“ In Halle gingen bei den „Endgame“-Veranstaltungen etwa 300, in Erfurt sogar 1000 Demonstranten auf die Straße. Antifa-Gruppen zwangen die Pegada-Anhänger mit Sitzblockaden, ihre Märsche durch die Innenstadt aufzugeben. In Hannover ist dennoch ein Marsch vom zentralen Omnibusplatz über die Berliner Allee geplant. Der Polizei in Hannover rechnet mit 500 Teilnehmern, was mit den Zahlen der Facebook-Zusagen, wo Pegada die Kundgebung organisiert, übereinstimmt. Gegendemonstrationen sind bisher nicht bekannt. Im Internet ruft die linksautonome Antifa „belle vie“ aber zum Erscheinen auf, um „den Spinnern zu zeigen, was ihr von ihnen haltet.“ Der Erfolg gegen den Pegida-Ableger Hagida gebe den Antifaschisten Mut.


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