Kritik an Informationspolitik Eltern aufgepasst: Kindergeld wird 2015 später ausgezahlt


df/uwe Osnabrück. Das Kindergeld wird seit Beginn dieses Jahres später ausgezahlt als üblich. Was viele Eltern zumindest überraschen dürfte, empört den Sozialverband Deutschland und Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Sie nennt die Informationspolitik ein Fiasko. Von Dirk Fisser und Uwe Westdörp

Um bis zu fünf Tage später fließt in diesem Jahr das Kindergeld als noch 2014. Das zeigt der Blick auf die sogenannten Auszahlungstermine der Familienkasse. Die bei der Agentur für Arbeit angesiedelte Kasse legt Jahr für Jahr fest, wer wann das Kindergeld bekommt. Das Auszahlungsdatum richtet sich dabei nach der letzten Ziffer der Kindergeldnummer. Je höher die Ziffer, desto später im Monat erfolgt die Überweisung.

7. Januar statt 2. Januar

Der Jahresvergleich zeigt: Durchgehend wird das Kindergeld diesen Januar später überwiesen als noch 2014. Erster Auszahlungstag war demnach der 7., im Vorjahr noch der 2. Januar. So zieht es sich durch den gesamten Monat: Das Geld wird stets zwischen zwei und fünf Tagen später überwiesen. (Weiterlesen: Wann wird 2015 das Kindergeld ausgezahlt?)

„Technische Änderung“

Als Grund nennt die Familienkasse eine „technische Änderung“, ohne weiter ins Detail zu gehen. Weitere Erklärungen sollen folgen. Im Vorfeld war lediglich versteckt auf der Internetseite der Familienkasse auf die Verspätung hingewiesen worden. Bei einer kostenlosen Hotline zu Auszahlungstagen liest eine Computerstimme lediglich die aktuellen Termine vor.

Sozialverband: Erhebliche negative Auswirkungen

„Der lockere Hinweis der Agentur für Arbeit auf Informationen im Internet reicht nicht aus“, sagt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK. „Für Familien, die auf das Kindergeld angewiesen sind, haben selbst einige Tage Verzögerung bei der Auszahlung erhebliche negative Auswirkungen.“

„Mangelnden Informationen ein Fiasko“

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) teilt mit: „Die mangelnden Informationen sind besonders für Familien, die auf das Kindergeld angewiesen sind, ein Fiasko“. Wären die Eltern früher informiert gewesen, hätten sie sich darauf einstellen und entsprechend haushalten können.

Der Blick in den Monat Februar zeigt, dass das Geld dann teils sogar früher fließt als noch im Vorjahr. Aber Obacht: Im März kommt es wieder zu Differenzen von bis zu fünf Tagen. Eltern erhalten für das erste und zweite Kind derzeit jeweils 184 Euro. Für das dritte Kind gibt es 190, für das vierte 215 Euro. (Weiterlesen: Geburtsurkunde, Kindergeld und Elterngeld: Wo und wann beantragen?)

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