Kein Verkauf an Minderjährige Verkaufsstart für Silvesterböller

Von dpa

Schätzungsweise 124 Millionen Euro werden die Deutschen für das Silvesterfeuerwerk ausgeben. Foto: Michael ReichelSchätzungsweise 124 Millionen Euro werden die Deutschen für das Silvesterfeuerwerk ausgeben. Foto: Michael Reichel

Berlin. Heute startet offiziell der Verkauf von Böllern und Silvesterraketen in Deutschland. Käufer müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Der Handel rechnet mit stabilen Umsätzen.

Die vom 29. bis 31. Dezember angebotenen Waren müssen von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbaren europäischen Behörde zugelassen sein.

Nach Schätzung des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI) geben die Menschen in Deutschland voraussichtlich rund 124 Millionen Euro fürs Feuerwerk aus, ebenso viel wie im Vorjahr.

Im Trend liegen nach Angaben des Verbands seit einiger Zeit sogenannte Batterie- oder Verbundfeuerwerke, die nur einmal angezündet werden und dann viele Effekte abfeuern. Die Polizei wart vor illegalen Böllern.

Woher kommt die Tradition?

Schon heidnische Germanen versuchten, böse Geister mit Licht und Lärm zu verjagen. Daraus entwickelte sich das Feuerwerk zu Silvester als Ausdruck der Hoffnung auf ein glückliches neues Jahr.


Silvesterböller sind nicht überall erlaubt

Raketen, Böller und anderes Feuerwerk können nicht nur Menschen verletzen, sondern auch an Gebäuden schwere Schäden anrichten. Den Umgang mit Feuerwerkskörpern regelt Paragraf 23 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz. Darin heißt es: „Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist verboten.“

Wegen der Brandgefahr für Reetdächer sollen Privatleute zum Beispiel auf der Nordseeinsel Sylt keine Böller zünden - im Hörnumer Hafen ist ein offizielles Feuerwerk geplant. Auch außerhalb Deutschlands ist mancherorts privates Feuerwerk an Silvester verboten, etwa in Paris.

Hierzulande regelt die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz zum Beispiel auch, wie alt Nutzer von Feuerwerkskörpern sein müssen und in welchem Zeitraum diese abgebrannt werden dürfen. Hinzu kommen in manchen Kommunen spezielle Satzungen, wie Ulrich Mohn, Referatsleiter Recht und Verfassung beim Deutschen Städte- und Gemeindebund, erklärt. So sei oftmals das Abbrennen von Feuerwerk zum Jahreswechsel nur zwischen 18 und 7 Uhr erlaubt.

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