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28.12.2014, 19:57 Uhr NIEDERSACHSEN PLANT VERTRAG MIT MUSLIMEN

Weil erwägt Islam-Feiertag – doch viel spricht dagegen

Ein Kommentar von Christof Haverkamp



Osnabrück. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat staatlich anerkannte muslimische Feiertage ins Gespräch gebracht. Die Anregung steht im Zusammenhang mit dem Staatsvertrag, den Niedersachsen Anfang 2015 mit drei Islamverbänden im Land unterzeichnen will. Doch vieles spricht gegen neue Feiertage.

Soll künftig das muslimische Opferfest ebenso gesetzlicher Feiertag werden wie Weihnachten? Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat dazu im Interview gesagt, es sei möglich, dass der Landtag gebeten werde, islamische Feiertage als religiöse Feiertage anzuerkennen. Das klingt aus gutem Grund zurückhaltend, denn die Auswirkungen wären sorgfältig zu prüfen.

Pragmatische Lösungen

Der Wunsch nach einem gesetzlichen islamischen Feiertag ist nicht neu. Doch bisher sprechen mehr Argumente dagegen als dafür. Vor allem die christlich-jüdische Tradition in Deutschland. Und ob dieser Schritt tatsächlich der Integration dienen würde, ist zweifelhaft. Im Übrigen würde sich ein weiterer gesetzlicher Feiertag negativ auf die Volkswirtschaft auswirken. Dass ein muslimischer Feiertag Rechtsextremisten und andere notorische Islamhasser auf die Palme bringen würde, steht dagegen auf einem ganz anderen Blatt. Davon sollte sich niemand beeindrucken lassen.

Schließlich ist es längst guter Brauch, dass Politiker und Bischöfe zu muslimischen oder jüdischen Feiertagen Grußworte schreiben. Und schon heute können sich Schüler zu hohen islamischen Festen vom Unterricht befreien lassen. Pragmatische Lösungen sind daher gefragt. Beispielsweise das Recht, an solch einem Feiertag Urlaub nehmen zu können.


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