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24.12.2014, 11:20 Uhr

Gauck zu Weihnachten: Bangemachen gilt nicht

Ein Kommentar von Dr. Berthold Hamelmann


Bundespräsident Joachim Gauck zitiert die Weihnachtsbotschaft. Seine Rede wurde vorab veröffentlicht. Foto: dpaBundespräsident Joachim Gauck zitiert die Weihnachtsbotschaft. Seine Rede wurde vorab veröffentlicht. Foto: dpa

Osnabrück. Bundespräsident Joachim Gauck ruft in seiner vorab veröffentlichten Weihnachtsansprache zu Hilfen für Flüchtlinge auf. Das Staatsoberhaupt bietet zwar keine Lösungen für die bestehenden Probleme, aber gibt eine gute Handlungsempfehlung.

Natürlich ist es ein schöner Zufall. Gerade hat in Osnabrück die vierte Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Niedersachsen die Tore geöffnet, da würdigt der Bundespräsident in seiner Weihnachtsansprache das Engagement der Bürger für Flüchtlinge in Deutschland .

Der aufmunternde Dank kommt zur richtigen Zeit. Denn manchem fällt es offensichtlich schwer, weiter deutliche Zeichen der Menschlichkeit in unserer Gesellschaft zu setzen.

In Deutschland, der größten und stärksten Volkswirtschaft Europas, wächst Unsicherheit. Das Elend von Heimatlosen und Vertriebenen vor Augen, verändern sich Einstellungen der Bürger – zum Negativen.

Hilfseinrichtungen wie das Deutsche Rote Kreuz beklagen plötzlich einen starken Rückgang der Spendenbereitschaft.

Die große Zahl ethnisch, religiös oder vermeintlich religiös motivierter Konflikte, die anschwellenden Flüchtlingsströme, der sich ausbreitende, geografisch und organisatorisch kaum fassbare Terrorismus – all das verlangt nach Antworten, die ein Bundespräsident nicht geben kann.

„Fürchtet euch nicht“: Mit seinem Verweis auf die Weihnachtsbotschaft verbindet Gauck aber klar die Aufforderung, Ängsten durch Handeln entgegenzuwirken. Was getragen pastoral klingt, ist nichts anderes als eine Handlungsempfehlung: Bangemachen gilt nicht. Das ist eine gute Botschaft, die nicht nur zur Weihnachtszeit Berechtigung besitzt.


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