2014 war für fast alle erfolgreich „NOZ“-Aktion: Zehn Hoffnungsträger – zehn Bilanzen


Osnabrück. Wer prägt das Jahr? Wer gewinnt an Bedeutung? Wer macht von sich reden? Dies fragte sich die Redaktion zu Jahresbeginn und präsentierte zehn Hoffnungsträger der Region. Jetzt ziehen wir Bilanz und soviel sei verraten: Kein einziger Flop war dabei, aber es gab durchaus Überraschungen.

Lars Johannson

„Auf seine Arbeit wird ganz Niedersachsen blicken“, schrieben wir vor knapp einem Jahr über Lars Johannson. Als Geschäftsführer der Landesgartenschau in Papenburg müsse er große Erwartungen erfüllen – und es ist ihm gelungen, lautet nun unsere Bilanz. Mehr als eine halbe Millionen Besucher kamen nach Papenburg, um das Blumenfest im nördlichen Emsland zu erleben. Der Erfolg hat sich für den 40-jährigen Johannson auch persönlich gelohnt: Mitte November wurde er zum neuen Geschäftsführer einer Kulturgesellschaft ernannt, zu deren Aufgaben der Ausbau des Tourismus in Papenburg zählt. Diese Gesellschaft wird neben der Stadt auch von großen Papenburger Unternehmen wie der Meyer Werft, dem Bauunternehmen Bunte, der Gartenbauzentrale, der Hanrath-Gruppe und der Sparkasse unterstützt. Diese und andere Firmen haben der neuen Gesellschaft zum Start mehrere Hunderttausend Euro Spenden zugesagt. (prin)

Stefan Epping

Auch für Stefan Epping, den wir als Veranstaltungsmanager der noch jungen Emslandarena zum Kreis der Hoffnungsträger zählten, lief es rund: Neulich rief das Management von Peter Maffay bei Epping an und fragte, ob ein Auftritt des deutschen Rockstars in der Emslandarena möglich sei. Nichts macht deutlicher, wie sehr der Veranstaltungsmanager der 5000 Besucher fassenden Halle in Lingen seinen Stempel aufgedrückt hat. Dass die 20 Millionen Euro teure „Emslandarena“ bereits ein Jahr nach der Eröffnung eine „Marke“ ist, ist vor allem sein Verdienst. Eppings vielfältige Kontakte sind es, die ausverkaufte Konzerte mit James Blunt, Jan Delay und Fettes Brot möglich machten. Übrigens: Peter Maffay kommt, am 13. Januar. (pe)

Jonas Bergmann

Nicht so gut lief es Jonas Bergmann, dessen EM-Träume gleich zu Beginn des Jahres platzten: Ein Diskusriss am Handgelenk zwang den Schwimmer der SG Osnabrück zu einer dreimonatigen Pause – neben der EM-Quali musste er auch die Deutsche Meisterschaft im Mai sausen lassen. Doch der 19-Jährige kämpfte – im Juni schwamm er sich schon zurück an die Spitze. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin brach er in seiner Paradedisziplin über 50 Meter Schmetterling seinen aufgestellten Jahrgangsrekord und kürte sich zum deutschen Juniorengesamtmeister. Und auch wenn Bergmann die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Doha um 16 Hundertstel verpasste , nimmt er das Jahr 2014 sportlich: „Ich habe meinen Rückstand aufgeholt und wieder Blut geleckt.“ (sen)

Julia Draganovic

Hoffnungen sind keine Garanten für Erfolg. Bei Julia Draganovic haben sie allerdings nicht getrogen. Die neue Leiterin der Kunsthalle Osnabrück hat in den letzten Jahren spürbare Impulse in die Stadt gesendet – indem sie ihrem Haus einen radikalen Neuanfang verpasste. Alles raus, alles neu: Unter diesem Motto hat die Kuratorin ihr Haus entrümpelt und als Bühne für ein völlig neues Kunstprogramm fit gemacht. Das Format „24/7“ – eine Woche als Dauerperformance mit den Bürgern der Stadt – war das Osnabrücker Kulturformat des Jahres. Julia Draganovic ist angekommen in Osnabrück. 2015 soll es spannend weitergehen. Und das sind keine leeren Hoffnungen. (lü)

Julia von Hagel-Niemann

Rasant hat sich das Leben der 19-jährigen Julia von Hagel-Niemann verändert. Vor über zwei Jahren machte sie zunächst ihren Modeblog „Dazzled“ auf - mit durchschlagendem Erfolg . Mit jeder Woche wuchs die Fangemeinde. Zeitschriften wie „Bravo Girl“ meldeten sich bei ihr, viele Modefirmen - beispielsweise Urban Outfitters oder Mister Spex – ebenfalls, um ihre Outfits bei Julia von Hagel-Niemann zu präsentieren. Das ist bis zum heutigen Tag so geblieben. Mit zwei kleinen Unterschieden: Die 19-Jährige hat inzwischen ihr Abitur an der Integrierten Gesamtschule in Fürstenau gemacht und lebt jetzt in Hamburg, wo sie in einer PR-Agentur für Mode und Livestyle arbeitet. Ihr Blog geht natürlich weiter. (ja)

Johannes Wübbe

Viel unterwegs im Emsland und Osnabrücker Land, in Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim ist der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe : zu Firmungen und Predigten, zur Altarweihe und zur Priesterweihe. Der 48-jährige katholische Priester aus dem emsländischen Lengerich erntet auf seinen Reisen viel Sympathie bei jüngeren und älteren Gläubigen. Zum einen wird seine ruhige, zurückhaltende Art geschätzt. Und zugleich gelingt es ihm, den richtigen Ton zu treffen, manchmal auch auf Plattdeutsch. In der Deutschen Bischofskonferenz mischt Wübbe in der Jugendkommission mit. Kindern stellt er sich gelegentlich als „Hilfssheriff“ von Bischof Franz-Josef Bode vor, den er erfolgreich unterstützt. (hav)

Philipp Plagge

Wenn es ums Schweißen geht, kann keiner Philipp Plagge aus Menslage etwas vormachen . Schließlich hat er 2013 den ersten Platz bei den deutschen Meisterschaften für Jungschweißer belegt. Das brachte die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in China 2014 ein. In Peking lief es für den inzwischen 20-Jährigen allerdings nicht ganz so gut. Plagge kam nicht aufs Treppchen. Es gab aber eine Entschädigung: In der Teamwertung holten die deutschen Schweißer Gold und dürfen sich nun – ebenso wie die deutschen Fußballnationalmannschaft – weltmeisterlich fühlen. Was aber für Philipp Plagge wichtiger ist: Er hat in diesem Jahr seine Lehre bei der Quakenbrücker Firma PPS Pipeline Systems abgeschlossen und erwirbt nun in Osnabrück die Fachhochschulreife, um anschließend studieren zu können – Maschinenbau oder Bauingenieurwesen. Da sei die Entscheidung noch nicht gefallen, so der 20-Jährige. (ja)

Martin Schlichter

Durchwachsen war 2014 für Martin Schlichter, Präsident der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland Grafschaft Bentheim. Trotz intensiver Lobby-Arbeit der IHK unter Schlichters Führung wurde nichts aus der von großen Teilen der regionalen Unternehmerschaft erwünschten Westumgehungsstraße , die die Osnabrücker Innenstadt entlasten und zugleich auf lange Sicht ihre Erreichbarkeit garantieren sollte. Auch mit ihren Appellen, die Verkehrs- und Wirtschaftsbeeinträchtigungen durch den Neumarkt-Umbau im Zentrum Osnabrücks möglichst gering zu halten, erreichte die Kammer nicht viel. Auf der Habenseite indes kann Schlichter verbuchen, dass eine lange angebahnte Delegationsreise mit Vertretern regionaler Unternehmen nach Russland trotz wachsender politischer Widrigkeiten wie geplant stattfand und die Wirtschaftsbeziehungen nach Moskau und in Osnabrücks Partnerstadt Twer festigte. (sha)

Mathias Middelberg

Und Mathias Middelberg? Der Osnabrücker Christdemokrat führt seit dem 19. Mai die CDU-Landesgruppe Niedersachsen im Bundestag – ein wichtiges Amt, das auch andere Parteifreunde gerne bekommen hätten. Als Landesgruppenchef steht der promovierte Jurist an der Spitze von mehr als 30 Abgeordneten und nimmt so ein wenig Einfluss auf die Bundespolitik. In seiner Partei gehört er dem Wirtschaftsflügel an. Im Parlament mischt er im Finanzausschuss mit, hat sich aber überregional noch keinen Namen gemacht. In seiner Heimat wurde Middelberg Mitte November im Amt bestätigt: Der Vorsitzende des CDU-Bezirks Osnabrück-Emsland bekam bei der Wiederwahl 95,7 Prozent der Stimmen – ein großer Vertrauensbeweis. (hav)

Sascha Lissowsky

Bleibt Sascha Lissowsky. Keine Marinade zieht in zehn Minuten durch, das gilt auch für die Entwicklung eines Kochs. Deshalb stockt Lissowskys Küchenkarriere keineswegs, wenn in diesem Jahr noch kein Michelin-Stern über ihm leuchtet. Nach 18 Monaten als Küchenchef des Restaurants Osning in der Bad Rothenfelder Carpesol-Therme hat der Restaurantführer Gault Millau dem 32-Jährigen gerade zum zweiten Mal zwei Hauben aufgesetzt und 15 Punkte serviert. Damit kocht Lissowsky im Raum Osnabrück in einer Liga mit dem Vila Real im Remarque mit gleicher Punktzahl und dem alles überstrahlenden Gourmet-Tempel La Vie mit 19 Punkten. „Unser Restaurant hat eingeschlagen wie eine Bombe“, ist Lissowsky glücklich. Seine Gäste sind es auch. (sta)


Die Neue OZ sucht die „Hoffnungsträger 2015“. Welche zehn Menschen aus unserer Region werden im kommenden Jahr besonders erfolgreich sein? Bis zum morgigen Sonntag noch können Leser ihre Vorschläge einreichen. Helfen Sie uns: Vorgeschlagen werden können Frauen und Männer in den vier Kategorien Politik & Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur & Wissenschaft sowie Sport.

Ihre Nominierung: Schicken Sie Ihren Vorschlag „Hoffnungsträger 2015“ mit einer knappen Begründung an aktion@noz.de