Ein Bild von Beate Tenfelde
28.11.2014, 16:20 Uhr KOLUMNE

Auf Abschiedstournee: Noch mal „Wowi“

Von Beate Tenfelde

Am Ende doch gerührt? Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), bei seiner letzten Sitzung im Bundesrat . Foto:dpaAm Ende doch gerührt? Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), bei seiner letzten Sitzung im Bundesrat . Foto:dpa

Berlin. Kurz, schmerzlos und mit „Schnauze“: Das war noch einmal ein echter Wowereit, der sich im Berliner Abgeordnetenhaus von seinen Politik-Kollegen verabschiedete. Den Tagesordnungspunkt 27 A nutzte der Noch-Bürgermeister für ein „Dankeschön“ nach dreizehneinhalb Jahren Regierung mit wechselnden Koalitionen und insgesamt 29 Senatoren. Es habe „Spaß gemacht“, auch wenn dieser Spaß ihm fast ausgetrieben worden und zeitweilig zur „Freude“ geraten sei.

Mit 30 Jahren in der Politik habe er sein Hobby zum Beruf gemacht, bekannte „Wowi“ unter dem Beifall des Parlaments. Das zeigte sich zum Schluss großzügig – denn tatsächlich ist die Grundstimmung in Berlin so: „Wowereit mag ich wirklich gern, aber es ist gut, dass er jetzt geht.“ Dies soll in knapp zwei Wochen ganz offiziell geschehen.

Zu einem Fehler, die viele Wowereit nicht verzeihen, gehört die Schließung des Flughafens Tempelhof. Der rottet jetzt irgendwie vor sich hin, die Nachnutzung ist offen. Für einen Abend füllte die Hallen wieder Leben. Der Bundespresseball lockte 2000 Gäste. Einer von ihnen, FDP-Chef Christian Lindner, wurde so ausgerufen: „Der kleine Christian will aus der außerparlamentarischen Opposition abgeholt werden“, dröhnte es aus dem Lautsprecher. Lindner lächelte - trotzdem. Wer den Schaden hat, aus dem Bundestag zu fligen, muss sich um Spott nicht sorgen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN