Minister.Tests dauern aber Jahre „Impfstoff gegen Ebola lässt hoffen“

Von Beate Tenfelde

Entwicklungsminister Gerd Mueller spricht beim Eine-Welt-Zukunftsforum in Berlin. Zu der Veranstaltung hatten sich etwa 3.000 Menschen angemeldet, darunter Vertreter von rund 100 Entwicklungs- oder Umweltorganisationen.  Foto:dpaEntwicklungsminister Gerd Mueller spricht beim Eine-Welt-Zukunftsforum in Berlin. Zu der Veranstaltung hatten sich etwa 3.000 Menschen angemeldet, darunter Vertreter von rund 100 Entwicklungs- oder Umweltorganisationen. Foto:dpa

Osnabrück. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat Meldungen über einen neuen Ebola-Impfstoff aus den USA als Zeichen der Hoffnung gewertet. In einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärte Müller, die aktuellen Tests in den Vereinigten Staaten machten Mut, eine Epidemie künftig verhindern zu können.

Der Minister warnte allerdings davor, die Erwartungen zu überziehen. „Wir sollten nicht glauben, dass durch Impfen die Ausbreitung des Ebola-Virus ab sofort gestoppt werden kann“, sagte er mit Blick auf die Epidemie in den westafrikanischen Ländern Sierra Leone, Guinea und Liberia. Ein Impfstoff müsse in der Regel über Jahre geprüft werden.

Müller wies darauf hin, dass das Entwicklungsministerium die Ebola-Mittel für Westafrika noch einmal um 44 Millionen Euro auf insgesamt 104 Millionen Euro aufgestockt habe. Ziel sei über akute Hilfe hinaus, die Strukturen im Gesundheitswesen vor allem in Sierra Leone und Guinea zu stabilisieren. Nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem flachen Land sollten mobile Gesundheitsstationen Hilfe anbieten. Müller warnte ferner davor, wegen der Ebola-Krise westafrikanische Länder zu isolieren. Eine Wirtschaftskrise wäre die fatale Folge. „Da müssen wir gegensteuern“, forderte der Entwicklungsminister.

Zuvor war bekannt geworden, dass in den USA der Test eines neuen Ebola-Impfstoffes an Menschen vielversprechend angelaufen sei. Das Mittel „VRC 207“ wurde vom US-Institut für Allergien und ansteckende Krankheiten (NIAID) gemeinsam mit dem Pharmahersteller GlaxoSmithKline getestet. Es basiert auf einem Erkältungsvirus von Schimpansen als Träger, dem ein Glykoprotein des Ebola-Virus eingesetzt wurde. Dieses soll das Immunsystem der Geimpften für den Erreger sensibilisieren.