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24.11.2014, 19:13 Uhr CHUCK HAGEL TRITT ZURÜCK

US-Verteidigungsminister gibt auf: Ohne Rückhalt

Ein Kommentar von Christof Haverkamp


Hört auf: US-Außenminister Chuck Hagel. Foto: ReutersHört auf: US-Außenminister Chuck Hagel. Foto: Reuters

Osnabrück. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel tritt zurück – er war erst seit Februar 2013 im Amt. Offenbar saß der Republikaner zwischen allen Stühlen. Nun stellt sich die Frage: Wie geht es weiter mit der amerikanischen Sicherheitspolitik.

Nicht einmal zwei Jahre war Chuck Hagel im Amt, nun muss der amerikanische Verteidigungsminister zurücktreten. Der 68-Jährige genoss seit längerer Zeit nicht mehr das Vertrauen von Präsident Barack Obama. Zwar war Hagel der einzige Republikaner in der US-Regierung, doch vor allem die eigenen Parteifreunde haben ihn heftig angegriffen, insbesondere wegen seiner Kritik am Irak-Krieg.

Zuletzt saß Hagel daher zwischen allen Stühlen und besaß keinerlei Rückhalt mehr. Vor allem in der Nahost-Politik soll es zu heftigen Differenzen zwischen dem Präsidenten und dem Pentagon-Chef gekommen sein: In Fragen der Bekämpfung der Terrormilizen des IS und der Syrien-Strategie waren sich beide nicht einig. Daher dürfte Obama seine Entscheidung, den Minister zum Rücktritt zu drängen, nicht über Nacht gefällt haben.

Hagel war kein Hardliner, im Gegenteil: Der Vietnam-Veteran stand für den Rückzug von US-Truppen aus Afghanistan und für eine Kürzung des Militärhaushalts. Nun stellen sich nicht nur Europäer die Frage, welchen Kurs die USA künftig in der Sicherheitspolitik einschlagen wollen. Angesichts der zahlreichen Krisen in der Welt wäre es gerade jetzt wichtig, dass die Nato-Mitgliedsländer mit einer Stimme sprechen. Dazu müsste die US-Regierung aber noch stärker mit den Europäern zusammenarbeiten.


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