Warnung vor Mangel an Nachwuchs Beamtenbund Niedersachsen vermisst Konzept des Landes

Von Christof Haverkamp

Klaus Dauderstädt, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes. Er warnt wie der Beamtenbund in Hannover vor einem Personalmangel.Foto: dpaKlaus Dauderstädt, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes. Er warnt wie der Beamtenbund in Hannover vor einem Personalmangel.Foto: dpa

Osnabrück. Der Niedersächsische Beamtenbund hält die Überlegungen der Landesregierung zur Sicherstellung des Personalbestandes nicht für ausreichend.

Der Landesvorsitzende des Niedersächsischen Beamtenbundes, Friedhelm Schäfer, sagte unserer Redaktion, im Land würden bis 2022 insgesamt rund 35 000 bis 40 000 Beschäftigte aus Altersgründen ausscheiden.

Diese Beamten müssten durch Neueinstellungen ersetzt werden, forderte Schäfer. Allerdings gebe es immer weniger Schul- und Studienabgänger und daher auch weniger Bewerber. Ein Mangel sei vor allem bei den qualitativ hochwertigen Stellen erkennbar.

Zwar habe das Land Niedersachsen in jüngster Zeit seine Einstellungszahlen erhöht, doch eine geschlossene Konzeption sei bei der Stellenplanung nicht erkennbar. „Wir zweifeln, dass die Maßnahmen ausreichen, um den Kampf um die besten Köpfe bestehen zu können“, sagte Schäfer.

Der Deutsche Beamtenbund auf Bundesebene sieht die Ursachen im Personalabbau vergangener Jahre und in der nach seiner Ansicht „nicht attraktiven Bezahlung“ des Staatsdienstes.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Klaus Dauderstädt sagte: „Wenn ein privater Arbeitgeber merkt, dass er den begehrten Ingenieur, Arzt oder IT-Fachmann nicht bekommt, legt er noch einen Tausender drauf. Das können Kommunen, Sozialversicherung oder das Finanzamt nicht.“ Die Bewerber entschieden sich im Zweifel gegen den Staat.

Dauderstädt warnte vor den Folgen unbesetzter Stellen: „Wenn 10 000 Polizisten fehlen, darf sich keiner wundern, dass Einbruchszahlen steigen und Bürger den Schutz des Eigentums notgedrungen selbst in die Hand nehmen.“ Der Vorsitzende des Beamtenbundes erklärte, auch die technischen Mängel bei der Bundeswehr gingen auf Personalmangel zurück.(mit dpa und epd)