Vier Stunden Debatte über Sterbehilfe Absage an Tod auf Bestellung

Von Beate Tenfelde

Blick in den Bundestag  während der Debatte zum Thema Sterbebegleitung und  Sterbehilfe. Foto:dpaBlick in den Bundestag während der Debatte zum Thema Sterbebegleitung und Sterbehilfe. Foto:dpa

Berlin. In der Debatte um eine Neuregelung der Sterbehilfe zeichnet sich im Bundestag eine Mehrheit für ein Verbot organisierter Hilfe zum Suizid ab.

Mehr als vier Stunden lang diskutierte das Parlament. 48 Abgeordnete kamen zu Wort, einige brachten persönliche Erfahrungen mit sterbenden Verwandten oder Freunden ein. Grundsätzlich bestand Einigkeit darüber, Hospize und die Palliativmedizin, die pflegerische und medizinische Sterbebegleitung, zu fördern.

Organisierte oder gar kommerzielle Sterbehilfe – Tod auf Bestellung, wie er unter anderem in der Schweiz möglich ist – dürfte im Bundestag keine Chance haben. Das schälte sich in der teilweise emotionalen Diskussion heraus. Diese gründete auf fünf Positionspapieren. Vier fordern ein Verbot von Sterbehilfevereinen, einige Abgeordnete wollen jedoch Ärzten unter bestimmten Bedingungen Hilfe beim Suizid gesetzlich erlauben. Ein Vorschlag lautet, alles so zu lassen, wie es ist. Ende 2015 will der Bundestag ein Gesetz dazu verabschieden.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sprach von dem „vielleicht anspruchsvollsten Gesetzgebungsprojekt dieser Legislaturperiode“. Es gehe dabei um die Frage, „wie der Staat seine Verpflichtung zum Schutz des Lebens und der Menschenwürde auch und gerade gegenüber dem sterbenden Menschen sichern kann“. Seite 3