Ein Bild von Franziska Kückmann
11.11.2014, 18:00 Uhr SCHNEIDERS NACHFOLGER

Neuer EKD-Chef Bedford-Strohm: Eine gute Wahl

Kommentar von Franziska Kückmann

Der neue und der alte Vorsitzende: Heinrich Bedford-Strohm (links) und Nikolaus Schneider (rechts). Foto: ImagoDer neue und der alte Vorsitzende: Heinrich Bedford-Strohm (links) und Nikolaus Schneider (rechts). Foto: Imago

Osnabrück. Heinrich Bedford-Strohm soll als EKD-Ratsvorsitzender die Geschicke der evangelischen Kirche in Deutschland leiten. Er ist der richtige Mann, um seiner Institution in diesen schwierigen Zeiten einen neues Profil zu geben.

Zuletzt hatte das Leitungsgremium der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) viel Kritik einstecken müssen, etwa wegen der umstrittenen Orientierungshilfe zu Ehe und Familie, die vom bisherigen Vorsitzenden Nikolaus Schneider verteidigt worden war. Oder auch wegen der schleppenden Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum 2017. Führungsschwäche war dem Rat der EKD und Schneider persönlich vorgeworfen worden. Das dürfte sich mit Heinrich Bedford-Strohm an der Spitze nun ändern.

Der neue Ratsvorsitzende wird frischen Wind in die evangelische Kirche bringen – und das nicht nur, weil er sich wie kein zweiter Geistlicher darauf versteht, soziale Netzwerke zu nutzen. Bedford-Strohm gilt als eloquent und geradlinig und steht für eine Kirche, die sich einmischt, die nah dran sein will an der Lebensrealität ihrer Mitglieder. Zu aktuellen Themen wie Sterbehilfe und Waffenlieferungen an Kurden hat er sich in den vergangenen Wochen bereits mit wohltuender Klarheit positioniert. Die Chancen stehen gut, dass es ihm gelingt, den evangelischen Kirchen Profil wiederzugeben.

Und auch der Ökumene in Deutschland, dem Dialog der christlichen Konfessionen, wird Bedford-Strohm guttun. Er und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, gelten als Vertraute. Beiden liegt daran, den Prozess der Versöhnung voranzutreiben.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN