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05.11.2014, 18:03 Uhr MALU DREYER VERSUCHT SPD ZU RETTEN

Neues Kabinett wegen Nürburgring-Pleite

Kommentar von Désirée Therre

Millionen-Euro-Grab: eine Halle des neu errichteten Freizeitparks am Nürburgring in der Eifel. Bislang sind alle Investoren abgesprungen. Nun steht ein russischer Geldgeber in den Startlöchern. Foto: dpaMillionen-Euro-Grab: eine Halle des neu errichteten Freizeitparks am Nürburgring in der Eifel. Bislang sind alle Investoren abgesprungen. Nun steht ein russischer Geldgeber in den Startlöchern. Foto: dpa

Osnabrück. Es ist der Versuch, zu retten, was zu retten ist: Mit der Kabinettsneubildung zeigt die rheinland-pfälzische Landeschefin Malu Dreyer endlich Härte. Sie beendet nun zumindest personell das Drama um den Freizeitpark am Nürburgring. Denn für die SPD geht es ums Ganze.

Eine konsequente Tat, die ihr Vorgänger und der Hauptdarsteller in dem Polit-Schlamassel, Kurt Beck, gescheut hatte.

Eineinhalb Jahre vor den Neuwahlen in ihrem Bundesland zieht sie die Akteure für den zweiten Teil des Millionen-Euro-Debakels an der Eifeler Rennstrecke zur Verantwortung. Die Politiker waren mit dem Rettungskonzept betraut – es führte in die Insolvenz.

Noch vor einigen Wochen stellte sich Dreyer schützend vor ihre Genossen. Anklagen der CDU ließ sie zum einen Ohr rein, zum anderen raus, so der Eindruck. Doch jetzt scheint der Druck zu groß geworden zu sein. Denn es geht um weit mehr als bloß um die Korrektur politischer Fehlplanung in der Vergangenheit. Für die SPD in Rheinland-Pfalz geht es ums Ganze. Vor der Wahl muss die Ministerpräsidentin ihre Partei aus der Krise führen, damit die Wähler nicht jegliches Vertrauen in eine Regierungsführung der SPD verlieren.

Nach den Pannen-Serien um den Nürburgring und die Flughäfen Zweibrücken und Hahn ist das mehr als nötig. Ein Erfolg der Schadensbegrenzung hängt auch von einem seriösen Investor für den Freizeitpark ab. Springt er ab, wird der Ruf der CDU nach Neuwahlen lauter werden.

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