S-Bahn fällt aus Bahnstreik betrifft Berliner Mauerfall-Jubiläum

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Der geplante GDL-Streik erschwert auch den Touristenverkehr in Berlin rund um das Mauerfall-Jubiläum am 9. November. Foto: dpaDer geplante GDL-Streik erschwert auch den Touristenverkehr in Berlin rund um das Mauerfall-Jubiläum am 9. November. Foto: dpa

Osnabrück. Der geplante viertägige Streik der Lokführergewerkschaft GDL ist der bisher längste in der Geschichte der Bahn. Ausgerechnet am Wochenende, an dem in Deutschland und vor allem in Berlin das 25-jährige Jubiläum des Mauerfalls gefeiert werden soll, fällt ein Großteil der Bahnlinien aus. Auch die S-Bahn in Berlin ist betroffen, was den zu erwartenden Touristenverkehr erschwert.

Die GDL hat angekündigt, den Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn am Donnerstagmorgen beginnen und erst am frühen Montag wieder beenden zu wollen. Neben den Fernzügen und Regionalbahnen werden in dieser Zeit auch die S-Bahnen still stehen. Damit sind auch die großen Feierlichkeiten in der Hauptstadt Berlin rund um den 9. November als Jubiläum zum Mauerfall vor 25 Jahren direkt betroffen.

Alternative Fernbus

Vielen Menschen wird es nicht möglich sein, am kommenden Sonntag nach Berlin zu reisen. Weil die GDL den gesamten Personenverkehr in Deutschland lahmlegen will, ist die Anreise in die Hauptstadt per Zug nahezu unmöglich. Damit werden viele die geplanten Veranstaltungen rund um das Mauerfall-Jubiläum verpassen. Höhepunkt dieser Veranstaltungen soll eine Lichtgrenze mit Tausenden illuminierten Ballons sein, die auf 15 Kilometern Länge einen Teil des ehemaligen Mauerverlaufs nachzeichnen soll. Eine Anreise mit dem Auto ist zwar möglich, die Straßen in Berlin werden aber voll sein. Viele Reisende werden wohl auf Fernbusse umsteigen, die Anbieter rüsten sich bereits auf einen größeren Ansturm. Seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes im letzten Jahr erfreuen sich die Langstreckenbusse ohnehin schon immer größerer Beliebtheit bei den Reisenden.

Fragen und Antworten zum Streik der Lokführer »

Auch in Berlin selbst ist Chaos zu erwarten. Da die S-Bahnen ausfallen, werden die zu erwartenden hunderttausenden Touristen auf Bus und U-Bahn ausweichen. Die für Busse und U-Bahnen in Berlin zuständigen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen nach eigenen Angaben versuchen, den Ausfall der S-Bahn mit einer Verstärkung der Kapazitäten zu kompensieren. Komplett sei die S-Bahn aber nicht zu ersetzen, heißt es von der BVG.

Verkehrschaos in Berlin

Viele Menschen reagieren mit Blick auf den Zeitpunkt des Streiks mit zunehmenden Unverständnis auf den erneuten Bahnstreik. Viele Journalisten und Kamerateams würden die Feierlichkeiten zum Jubiläum des Mauerfalls begleiten und Berlin einer Weltöffentlichkeit präsentieren. Ein Verkehrschaos in der Hauptstadt sei daher nicht nur deswegen unpassend. Die GDL begründet die Arbeitsniederlegung mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind. Ein Einigungsversuch beider Seiten war am Sonntag gescheitert.


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