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04.11.2014, 19:18 Uhr GDL KÜNDIGT TAGELANGEN STREIK AN

Lokführer nicht zu bremsen

Kommentar von Uwe Westdörp

Auf dem Abstellgleis: Wegen neuer Streiks werden wieder Tausende von Zügen ausfallen. Foto: dpaAuf dem Abstellgleis: Wegen neuer Streiks werden wieder Tausende von Zügen ausfallen. Foto: dpa

Osnabrück. Für Bahnkunden in ganz Deutschland kommt es noch einmal knüppeldick: Vier Tage lang sollen Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge ab Donnerstag still stehen. Im Güterverkehr geht der Streik sogar schon früher los. Die Lokführergewerkschaft GDL schadet damit nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der bewährten Sozialpartnerschaft.

Wer stoppt die Lokführer? Unter der Führung ihres Gewerkschaftsvorsitzenden Claus Wesels-ky haben sie jedes Maß verloren. 98 Stunden lang wollen sie den Personenverkehr bei der Bahn lahmlegen, 109 Stunden lang den Güterverkehr. Das wird bittere Folgen haben.

Leidtragende sind nicht nur Zehntausende von Reisenden und zahllose Unternehmen, die für ihre Produktion auf pünktliche Transporte angewiesen sind. Darüber hinaus droht der bewährten Sozialpartnerschaft Schaden. Deutschland – das war bisher das Land verlässlicher und verantwortungsvoller Gewerkschaften, die den Arbeitgebern harte, aber faire Partner waren. Doch was macht die GDL? Aus reiner Geltungssucht treibt sie einen Tarifstreit auf die Spitze, der längst hätte beendet werden können.

Lösungsmodelle liegen seit Langem vor. So spricht viel dafür, diejenige Gewerkschaft Tarifverträge aushandeln zu lassen, die in der betreffenden Berufsgruppe die Mehrheit hat. Das entspricht demokratischen Regeln. Außerdem könnten die GDL und die konkurrierende EVG eine Tarifgemeinschaft eingehen. Beide Gewerkschaften würden so ihre Kräfte bündeln, was im Sinne der Beschäftigten ein großer Vorteil sein könnte.

Doch Weselsky beharrt – von Geltungssucht getrieben – auf mehr Macht und Einfluss, statt seiner Pflicht nachzukommen, mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen auszuhandeln. Erstaunlich, dass die Mitglieder ihm immer noch folgen.


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