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03.11.2014, 18:56 Uhr GDL DROHT MIT NEUEN STREIKS

Lokführer auf gefährlichem Gleis

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Bahnkunden müssen sich wieder auf Streiks einstellen, so wie schon vor zwei Wochen. Foto: dpaBahnkunden müssen sich wieder auf Streiks einstellen, so wie schon vor zwei Wochen. Foto: dpa

Osnabrück. Fahrgäste und Firmenkunden der Deutschen Bahn müssen schon bald wieder mit einem Streik rechnen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat weitere Arbeitskämpfe“ angekündigt und bewegt sich damit auf ein gefährliches Gleis.

Schlechte Nachrichten für Bahnreisende: Die Lokführergewerkschaft GDL bleibt auf Streikkurs, obwohl die Deutsche Bahn ihr erstmals vertraglich zugestehen wollte, auch für Zugbegleiter zu verhandeln. Damit schien eine zentrale Forderung der Gewerkschaft erfüllt. Doch machten Einschränkungen im angebotenen Tarifvertrag die schon greifbar nahe Einigung zunichte. Wieder einmal zeigt sich: Die GDL geht aufs Ganze. Zu Kompromissen ist sie nicht bereit.

So wie man die Lokführer und ihre Gewerkschaft kennengelernt hat, droht nun ein besonders harter und langer Streik. 50 Stunden lang legten die Lokführer vor zwei Wochen die Arbeit nieder. Werden es jetzt gar 90 Stunden, wie schon spekuliert wird? Auszuschließen ist das nicht, nachdem die GDL ihren Druck zuletzt immer weiter erhöht hat.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Gewerkschaft keinen Zeitpunkt für die nächsten Streiks nennt. Damit bleiben Millionen von Reisenden im Ungewissen, wann sie wieder zuverlässig mit der Deutschen Bahn fahren können. Das wird nicht ohne Folgen bleiben. Viele Kunden könnten sich langfristig von der Bahn abwenden und Alternativen nutzen.

Noch größerer Schaden droht freilich der Gewerkschaftsbewegung. Dass die GDL für die Ziele der Lokführer streikt, ist völlig in Ordnung. Es widerspricht jedoch demokratischen Regeln, wenn sie auch für Beschäftigtengruppen verhandeln will, in denen sie keine Mehrheit hat.


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