Podiumsdiskussion vor 25. Jahrestag NOZ-Agenda zum Mauerfall und Deutschlands Rolle in der Welt


Osnabrück. NOZ-Agenda: Unter diesem Motto widmet sich die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) mehrmals im Jahr mit vielen Facetten einem aktuellen Schwerpunkthema. In der Woche vor dem 9. November geht es um: „25 Jahre nach der Wende – Deutschlands Rolle in der Welt“.

Unmittelbar vor dem Jahrestag des Mauerfalls wollen wir den Bogen schlagen zwischen der Einheit, der seither dramatisch veränderten globalen Lage und der Rolle der Bundesrepublik heute. Hat Deutschland im Lichte seiner Geschichte mit Nazi-Herrschaft und der Wiedervereinigung eine besondere Verantwortung? Sind wir den Russen zu Dank verpflichtet? Warum ist es misslungen, ein gutes Verhältnis zu Russland zu schaffen? Und welche Bedeutung hat die Nato?

Zugleich ist zuletzt unter Beteiligung von Bundespräsident Joachim Gauck eine Debatte darüber entbrannt, ob und wie sich das wiedervereinigte Land im Rahmen einer ihm zugeschriebenen Verantwortung auch militärisch zu engagieren habe. Mit Waffenlieferungen in Krisengebiete? Mit einem Auslandseinsatz der Bundeswehr nach dem anderen? Nur mit oder auch mal ohne UN-Mandat? Und woran misst sich, wann es vermeintlich richtig ist, das Völkerrecht zu brechen, aber ein andermal nicht?

Diesen Fragen widmen wir uns vom 1. bis 9. November in Gespräche und Analysen. Wir untersuchen Deutschlands Image, die wirtschaftliche Kraft, die geostrategische Entwicklung seit 1989, schreiben über den Zustand und die Aufgabe der Bundeswehr und den deutschen Einfluss innerhalb der Europäischen Union.

Was der Fall des Eisernen Vorhangs für Deutschland und die Welt bedeutet, wird darüber hinaus Thema eines NOZ-Agenda-Podiums in Osnabrück sein. Als Gast erwarten wir Russlands Botschafter Wladimir Grinin. Er ist Deutschland eng verbunden. Hier war in den 70er Jahren auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges seine erste Station als Diplomat, hier war Grinin zur Wendezeit als Abteilungsleiter tätig, hier wirkt er seit dem Jahr 2010 als „Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter“ Russlands und seines Präsidenten Wladimir Putin.

Als Vertreter der westlichen Alliierten kommt Sir Simon McDonald . Auch er war bereits 1989 in Deutschland: Von 1988 bis 1990 arbeitete er an der britischen Botschaft in Bonn als zweiter Sekretär für Wirtschaft. Heute ist der „Knight Commander of the Order of St Michael and St George“ Botschafter seines Landes in Berlin, nachdem er in der Zwischenzeit höchstrangiger außenpolitischer Berater der britischen Regierung war.

Dritter Gast ist Rudolf Seiters , in der Wendezeit Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Kanzleramtes, später Bundesinnenminister. Er zählte zu den Architekten der Einheit, stand auf dem Balkon der Prager Botschaft, als den DDR-Flüchtlingen ihre Ausreise in den Westen bekannt gegeben wurde. Heute ist er Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, tätig in 50 Ländern der Welt, Partner unter anderem auch des Ukrainischen Roten Kreuzes.

Strategischen Sachverstand bringt Harald Kujat in die Runde. Als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses und Generalinspekteur der Bundeswehr war er in den vergangenen Jahrzehnten an höchsten militärischen Stellen tätig. Im Jahr der Wende war er in der Nato-Zentrale in Brüssel mit der Truppenplanung der Luftstreitkräfte befasst. Heute scheut er auch scharfe Kritik am atlantischen Bündnis nicht.

Was erlaubt ist und was nicht, sagt Dr. Oliver Dörr (LL.M., Lond.), Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht sowie Vorstandsmitglied des European Legal Studies Institute der Universität Osnabrück, ferner stv. Direktor des Jean Monnet Centres of Excellence in European Studies. Von 1993 bis 2005 lehrte er Völkerrecht in der deutschen Diplomatenausbildung, im Wendejahr arbeitete er am Institut für Völkerrecht der Freien Universität Berlin.


Die Veranstaltung findet am Montag, 3. November, um 19 Uhr im Medienzentrum der Neuen Osnabrücker Zeitung am Breiten Gang 10-16 in Osnabrück statt. Moderator ist NOZ-Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Besuch ist kostenlos, die Zahl der Plätze begrenzt. Wenn Sie als Besucher teilnehmen wollen, ist eine Anmeldung bis einschließlich Sonntag, 19.10., per E-Mail an agenda@noz.de erforderlich. Pro Mail nehmen wir die Anmeldung von max. zwei Personen entgegen, die namentlich zu nennen sind. Gehen mehr Anmeldungen ein als Plätze zur Verfügung stehen, entscheidet das Los.

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