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Zahl der Flüchtlinge in Industrienationen steigt weiter

Von dpa

Jesidische Flüchtlinge in einem Flüchtlings-Zeltlager in der Kurdenregion Dohuk im Nordirak. Foto: Antonio PampliegaJesidische Flüchtlinge in einem Flüchtlings-Zeltlager in der Kurdenregion Dohuk im Nordirak. Foto: Antonio Pampliega

Genf. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) verzeichnet besonders in den Industrienationen eine weiter steigende Zahl von Asylsuchenden. Wenn dieser Trend anhalte, werde in diesen Staaten 2014 die höchste Flüchtlingszahl seit zwei Jahrzehnten erreicht.

Deutschland gehöre zu den Hauptzielen der Flüchtlinge. Das UN-Flüchtlingshilfswerk erfasste die Zahlen von 44 Regierungen in Europa, Nordamerika und Teilen des asiatisch-pazifischen Raums. In diesen Ländern ersuchten demnach in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 330 700 Menschen um Anerkennung als Flüchtlinge. Das sei ein Anstieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und eine leichte Zunahme zum zweiten Halbjahr 2013 mit 328 100 Anträgen.

In dem Bericht warnt die UN-Organisation davor, dass die Gesamtzahl der Asylsuchenden - vor allem getrieben von den Konflikten im Irak und in Syrien - auf 700 000 steigen könne. Dies wäre ein Niveau, das es in Industrienationen zuletzt während der Balkankriege in den 1990er Jahren gegeben habe.

«Wir sind in einer Ära wachsender Konflikte», sagte UN-Hochkommissar António Guterres. «Die internationale Gemeinschaft muss ihre Bevölkerungen darauf vorbereiten, dass in den kommenden Monaten mehr und mehr Menschen kommen werden, die Zuflucht und Hilfe brauchen.»


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