Grüne: Spott über Deutschland Pannen und Mängel bei Bundeswehr

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Freundlicher Empfang in Erbil: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen stattete gestern dem Nordirak einen Blitzbesuch ab und versprach den Kurden weitere Hilfe im Kampf gegen die Terror-Miliz IS. Foto: ReutersFreundlicher Empfang in Erbil: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen stattete gestern dem Nordirak einen Blitzbesuch ab und versprach den Kurden weitere Hilfe im Kampf gegen die Terror-Miliz IS. Foto: Reuters

Osnabrück/Erbil. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat angesichts aktueller Pannen bei der Bundeswehr das Management im Bundesverteidigungsministerium scharf kritisiert.

Özdemir sagte unserer Zeitung, Deutschland als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt mache sich international zum Gespött. Bei Auslandsbesuchen erlebe er schon länger Lästereien über die Pleiteserie auf Deutschlands Großbaustellen, nun dürften noch „Bundeswehr-Witze“ dazukommen. Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr seien sehr engagiert, aber das Material – Helikopter, Eurofighter und Transportmaschinen – könnte vom Schrottplatz stammen. „Das ist eine Blamage, die sich täglich vervielfacht.“

Özdemir forderte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf, sich weniger um gute Fotos und kernige Interviews, sondern mehr um den „Augiasstall in ihrem Ministerium“ zu kümmern, den ihre Vorgänger offensichtlich hinterlassen hätten. „Wer vollmundig Versprechen abgibt, sollte vorher schauen, was überhaupt einzulösen ist“, kritisierte Özdemir Ankündigungen der Ministerin. Die Bundeswehr brauche selbst Hilfe. Dies demonstriere das Stranden von Helfern auf dem Weg in den Irak. Die Truppe sei derzeit nicht in der Lage, bei Terrorbekämpfung und Seuchenprävention schnell und schlagkräftig in der Staaten-Koalition helfen zu können.

Von der Leyen traf unterdessen zu einem Blitzbesuch im Norden Iraks ein. Die CDU-Politikerin war damit schneller als deutsche Waffen und Ausbilder für den Kampf gegen die Terrormiliz IS. Deren Ankunft verzögerte sich wegen einer Serie technischer Pannen. In Erbil sagte von der Leyen Kurden-Präsident Massud Barsani weitere Unterstützung Deutschlands zu. „Ich möchte Ihnen versichern, dass wir fest an Ihrer Seite stehen, bei dieser Aufgabe“, sagte sie. Barsani dankte für die Hilfe, äußerte aber den Wunsch nach mehr und besseren Waffen.

Das erste Flugzeug mit Waffen für kurdische Kämpfer in Nordirak startete in der Nacht zum Donnerstag vom Flughafen Leipzig/Halle. Die 30 Tonnen Material wurden von einer niederländischen Maschine vom Typ KDC-10 zunächst nach Zypern geflogen, von wo sie weiter in den Irak transportiert werden. An Bord waren Gewehre vom Typ G3, Maschinengewehre vom Typ MG3, Panzerfäuste sowie Schutzbrillen und Sanitätsausstattung. Bis Oktober sollen 600 Tonnen Material an die Kurden geliefert werden.


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