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25.09.2014, 18:32 Uhr DIE G7 IM KAMPF GEGEN EBOLA

Hilfe auf Augenhöhe? Deutschland schickt erste Hilfsgüter

Kommentar von Désirée Therre

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) über die Zahl der Freiwilligen : Angesichts der unglaublich großen Zahl bin ich einfach überwältigt und bewegt.Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) über die Zahl der Freiwilligen : Angesichts der unglaublich großen Zahl bin ich einfach überwältigt und bewegt.

Osnabrück.Der Kampf gegen Ebola steht nun endlich weit oben auf der To-do-Liste der Vereinten Nationen. Viel zu lang haben sie den Horror in Westafrika zur Nebensache erklärt – fatalerweise. Die Krankheit breitet sich rasend schnell aus, fast 3000 Tote hat sie gefordert, die Dunkelziffer ist riesig.

Gerade auch Deutschland hat zu lange gezögert. Nach Wochen der Mahnungen und Hilferufe sind nun Handschuhe und Desinfektionsmittel aus der Bundesrepublik auf dem Weg nach Afrika. Wer will sich die Handschuhe überziehen? Bis die ersten deutschen Freiwilligen dorthin fliegen können, wird es noch ein paar Tage – vielleicht Wochen – dauern. Dabei sind es die Helfer, die so nötig gebraucht werden, um Krankenstationen aufzubauen.

Es ist zwar großartig, dass sich freiwillige Helfer für den riskanten Einsatz melden, und nur richtig, dass zunächst Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Aber das Ausmaß der Seuche, das Leiden der Menschen, die täglich steigenden Opferzahlen bleiben eine Mahnung an die Industrienationen, auf politischer Ebene mehr zu tun.

Deren zögerliches Handeln zeigt, was die Weltgemeinschaft durch neue Afrika-Strategien und tröpfelnde Entwicklungshilfe nicht vertuschen kann: Klischees über den „zurückgebliebenen“ Kontinent scheinen zu tief verankert, als dass eine Hilfe auf Augenhöhe möglich ist.

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