Kommentar Krieg gegen IS-Miliz: Obama sucht Entscheidung

Sagt der Terrormiliz IS einen Kampf bis zur Vernichtung an: Barack Obama. Foto imagoSagt der Terrormiliz IS einen Kampf bis zur Vernichtung an: Barack Obama. Foto imago

Osnabrück. US-Präsident Barack Obama will die Welt in einen entschlossenen Kampf gegen Terrorismus und globale Krisen führen. „Die Vereinigten Staaten von Amerika werden mit einer breiten Koalition arbeiten, um dieses Netzwerk des Todes zu zerlegen“, sagte Obama in der UN-Vollversammlung in New York mit Blick auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Welch dramatischer Auftritt: Barack Obama hat die IS-Terroristen als Killer und ihre Miliz als Krebsgeschwür angeprangert, das es auszumerzen gelte. Solch markige Worte lassen nur einen Schluss zu: Der US-Präsident sucht die Entscheidung.

Damit ist eine weitere Zuspitzung des Konflikts programmiert. Da Luftangriffe die Mörder nicht stoppen werden, wird der Krieg letztlich am Boden entschieden. Und es ist höchst fraglich, ob die Aufrüstung kurdischer Kämpfer und die Ausbildung syrischer Rebellen ausreichen werden, IS zu vernichten. Werden am Ende also doch wieder amerikanische Bodentruppen ins Feld ziehen?

Noch kann man darüber nur spekulieren. Angesichts der Grausamkeit, Entschlossenheit und Kampfkraft der IS-Milizen ist jedoch mit dem Schlimmsten zu rechnen.

Es erscheint deshalb folgerichtig, wenn Obama versucht, eine möglichst große Allianz gegen den „Islamischen Staat“ zu schmieden. Er wird jede Hilfe benötigen – schon allein deshalb, weil Islamisten nicht nur auf dem Schlachtfeld im Irak und in Syrien besiegt werden müssen, sondern weltweit zu einer Gefahr geworden sind. Die steigende Zahl von Geiselnahmen und Erpressungsversuchen rund um den Globus stellt eine weitere große Herausforderung dar.

Es ist leider nur realistisch, wenn Barack Obama andeutet, der Kampf gegen IS könne nicht nur Jahre dauern, sondern sogar ein Jahrzehnt.


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