UN-Generalsekretär spricht von historischem Tag USA wollen mit China Vorreiter beim Klimaschutz werden

Von dpa

Die schädlichen Treibhausgase waren Thema beim Klimagipfel in New York. Foto: dpaDie schädlichen Treibhausgase waren Thema beim Klimagipfel in New York. Foto: dpa

New York. Mehr als 120 Staaten haben beim UN-Klimagipfel ein stärkeres Engagement im Kampf gegen die Erderwärmung zugesagt. Verbindliche Zusagen blieben aber weitgehend aus.

Zum Abschluss des Treffens in New York bekannten sich die Teilnehmer unter anderem zum Ziel, die Zerstörung der Regenwälder bis 2030 zu beenden, die Lebensmittelproduktion zu verbessern und den Anteil von Elektrofahrzeugen zu erhöhen. Bis Ende 2015 sollen zudem mehr als 200 Milliarden Dollar von Staaten, Unternehmen und Privatinvestoren gesammelt werden, um Klimaschutz-Initiativen zu finanzieren. So sollen unter anderem Entwicklungsländer dabei unterstützt werden, auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Deutschland sicherte zu, seine Klimaschutz-Zusagen bis 2020 einzuhalten und will in einzelnen Punkten darüber hinaus gehen. Die Ankündigungen sind nicht bindend. Sie sollen vor allem den zuletzt schleppenden Vorbereitungen für den Weltklimagipfel in Paris Ende 2015 einen Schub geben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach in seinen Schlussbemerkungen in New York von einem „historischen Tag“. Er habe von den anwesenden Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mutige Ankündigungen eingefordert. „Der Gipfel hat sie geliefert“, sagte Ban.

Gruppen wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigten sich aber enttäuscht von den Ankündigungen der Staats- und Regierungschefs. US-Präsident Barack Obama kündigte an, gemeinsam mit China eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz übernehmen zu wollen. Die beiden Staaten hätten eine besondere Verantwortung. Chinas Vizepremier Zhang Gaoli versprach „noch größere Anstrengungen“. Die USA und China sind die beiden Länder mit dem höchsten Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid.

Abgesandte aus allen Teilen der Welt hatten zuvor konkrete Schritte gefordert, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Klare Versprechen machten aber die wenigsten Redner. So kündigte beispielsweise EU-Kommissionschef José Manuel Barroso an, dass die Länder der EU bis 2030 40 Prozent ihrer Treibhausgasemissionen und 30 Prozent ihres Energieaufwands einsparen würden. Bis 2050 sollen sogar bis zu 95 Prozent der Emissionen eingespart werden.

Hendricks: Klimaschutzpaket bis zum Dezember

Andere Redner blieben dagegen deutlich zurückhaltender. So kündigte Deutschlands Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) an, ihr Klimaschutzpaket noch vor der UN-Konferenz in Lima im Dezember vorlegen zu wollen. Hendricks vertrat gemeinsam mit Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem Gipfel.

Bis 2020 wolle Deutschland seine Emissionen, gemessen an 1990, um 40 Prozent senken. Die Bundesregierung könnte das Ziel jedoch verfehlen, weil durch die Energiewende wieder deutlich mehr CO2 ausgestoßen wird. Deshalb will Hendricks nun zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Bis zum Ende des ersten Quartals 2015 sollen alle Staaten ihre Treibhausgas-Minderungsziele für den Weltklimavertrag mitteilen.

Umweltbundesamt: Zertifikatehandel verbessern

Das Umweltbundesamt forderte im Kampf gegen die Erderwärmung die Verbesserung des europäischen CO2-Zertifikatehandels. In einem Gespräch mit unserer Zeitung betonte Präsidentin Maria Krautzberger, das derzeitige Emissionshandelssystem setze viel zu wenig Anreize für Unternehmen, weniger Kohle zu verfeuern. .Anspruchsvollere Ziele seien aber auch für die Energieeffizienz nötig, vor allem bei Gebäuden oder auch in mittelständischen Unternehmen.

„Wir sind gut beraten, die erneuerbaren Energien weiter zügig auszubauen“, sagte Krautzberger. Die bestehenden Kraftwerke müssten auf die Schwankungen bei der Stromproduktion aus Erneuerbaren abgestimmt werden. „Das geht am besten mit flexiblen und CO2-ärmeren Gaskraftwerken“, erklärte die Präsidentin des Bundesumweltamtes. (mit ten)


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