Kommentar Angriffe in Syrien erst der Anfang

Ordnete die Angriffe in Syrien persönlich an: US-Präsident Barack Obama. Foto: dpaOrdnete die Angriffe in Syrien persönlich an: US-Präsident Barack Obama. Foto: dpa

Osnabrück. Im Krieg gegen IS-Extremisten eröffnen die USA eine neue Front in Syrien. Arabische Verbündete helfen. Dennoch ist kein schneller Erfolg zu erwarten.

Ist das nun der Wendepunkt im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat? Nachdem die USA und mehrere Verbündete nun auch in Syrien militärisch gegen die Terroristen vorgehen, keimt Hoffnung auf. Doch niemand täusche sich: Dies war nur der erste Schritt auf einem langen, womöglich verlustreichen Weg. Die islamistische Miliz ist ein harter, hochgerüsteter und zu allem entschlossener Gegner, der viel zu lange unterschätzt wurde und deshalb nun nicht nur weite Teile Syriens, sondern auch des Irak kontrolliert.

Erfreulich ist immerhin, dass mehrere arabische Staaten die USA unterstützen. Das bedeutet willkommene militärische Hilfe und ist zugleich eine wichtige politische Rückversicherung. Die klare Botschaft: Hier geht es nicht um die Schlacht eines einsamen Weltpolizisten, sondern um eine gemeinsame, Staaten übergreifende Aktion gegen Terrorismus.

Die Allianz gegen den IS ist umso wichtiger, als sich die USA erneut über das Völkerrecht hinwegsetzen. Weder haben die UN ein Mandat für das Eingreifen in Syrien erteilt, noch hat die dortige Regierung um Hilfe gebeten. Immerhin gibt es aber im Gegensatz zu früheren US-Einsätzen in der Region dieses Mal einen triftigen Grund: Die IS-Miliz begeht fürchterliche Verbrechen und könnte den gesamten Orient destabilisieren. Sie zu stoppen ist überfällig. Doch wird das nicht allein mit Luftschlägen möglich sein. Keine Frage: Dieser Krieg hat gerade erst begonnen.


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