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23.09.2014, 19:21 Uhr FRANKREICHS PREMIER VALLS BEIM BDI

Erfolgreiche Charme-Offensive bei Unternehmern

Ein Kommentar von Christof Haverkamp


Der französische Premierminister Manuel Valls warb in Berlin beim Tag der Deutschen Industrie um Unterstützung. Foto: Bernd von JutrczenkaDer französische Premierminister Manuel Valls warb in Berlin beim Tag der Deutschen Industrie um Unterstützung. Foto: Bernd von Jutrczenka

Osnabrück. Der französische Ministerpräsident Manuel Valls hat bei der deutschen Wirtschaft um Unterstützung für seinen umstrittenen Reformkurs geworben. Dafür bekam von bei den Topunternehmern Applaus.

Mal sehen, ob die Charme-Offensive des französischen Ministerpräsidenten bei den deutschen Unternehmern dauerhaft verfängt. Mit seinem Auftritt vor dem Bundesverband der deutschen Industrie hat sich der gemäßigte Sozialist Manuel Valls jedenfalls Sympathien erworben.

Gleichzeitig gilt, was Industrie-Präsident Ulrich Grillo zu Recht feststellt: Nicht Deutschland ist schuld an den strukturellen Problemen in Frankreich, der immerhin zweitgrößten Wirtschaft im Euro-Raum. Denn der Nachbar im Westen krankt keineswegs an einem zu hohen Wettbewerbsdruck aus Deutschland, sondern vielmehr an einer weiterhin zu geringen Bereitschaft zu Reformen.

Zugleich kann und darf es weder der Politik noch der Wirtschaft in Deutschland gleichgültig sein, wenn der bedeutende Nachbar ökonomisch angeschlagen ist. Immerhin beziehen die Franzosen fast ein Fünftel ihrer Importe von Firmen aus der Bundesrepublik. Es besteht eine gegenseitige Abhängigkeit der beiden Wirtschaftspartner.

Daher geht es auch nicht um Beschimpfungen , sondern darum, die Umsetzung des innenpolitisch zweifellos unpopulären Sparkurses anzumahnen. Ein Kurs, der in Irland, Spanien, Portugal und Griechenland bereits Erfolge zeigt.

Freundlich im Ton, hart in der Sache – das ist der richtige Weg im Umgang mit der neuen Regierung in Paris. Und daran haben sich in Berlin die Vertreter der Regierung ebenso wie die Top-Manager gehalten.

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